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10.04.2012

10:49 Uhr

Hoher Verlust

Sony steckt viel tiefer in der Krise als befürchtet

Sony rutscht tief in die roten Zahlen: Der Nettoverlust ist doppelt so hoch wie angekündigt. Nun ahnt man auch, warum der Elektronikriese gestern ankündigte, 10.000 Stellen zu streichen: Radikale Maßnahmen sind nötig.

Bereits im Februar hatte Sony nach einem enttäuschenden Quartalsergebnis bekanntgegeben. dpa

Bereits im Februar hatte Sony nach einem enttäuschenden Quartalsergebnis bekanntgegeben.

TokioSonys neuer Konzernchef Kazuo Hirai gibt sich gerne jovial. Er nennt sich Kaz, hat einen festen Händedruck und parliert gerne auf Englisch. Doch mit seiner ersten Handlung nach dem Amtsantritt Anfang April will der frühere Chef der Videospielsparte demonstrieren, dass er harten Worten auch harte Taten folgen lassen kann.

Schon bei seiner Ernennung vor wenigen Wochen kündigte Hirai "schmerzhafte" Schnitte am, um Sony nach vier langen Jahren in der Verlustzone endlich zu sanieren. Am Donnerstag wird er erklären, wo genau er die Spitzhacke ansetzen und den Neuaufbau beginnen will.

Die ersten durchgesickerten Nachrichten deuten auf einen massiven Personalabbau. Rund 10.000 Arbeitsplätze sollen weltweit wegfallen, berichtete gestern die Wirtschaftszeitung Nikkei, sechs Prozent von Sonys Belegschaft. Konzernsprecher wollten die Zahlen nicht bestätigen. Aber sie erscheinen realistisch. Denn mit kleinen Korrekturen kann Hirai Sonys Probleme nicht lösen.

Die Krise ist strukturell. Und wie schwer sie ist, zeigte sich heute: Sony rechnet für dieses Geschäftsjahr mit einem doppelt so hohen Verlust wie bisher erwartet. Er soll sich auf 520 Milliarden Yen (4,9 Milliarden Euro) belaufen.

Nicht von ungefähr stufte die Ratingagentur Fitch also die einstige Ikone der Japan AG vorigen Dezember auf Schrottstatus ab. Sony hängt wie der Rest der japanischen Elektronikindustrie zu sehr von der Konsumelektronik ab. Bei fast allen Produkten sind die Gewinnmargen durch den harten Preiskampf mit Rivalen aus Südkorea, China, Taiwan und den USA gesunken.

Am größten sind die Schwierigkeiten in Sonys Fernsehsparte, die seit acht Jahren hohe Verluste einfährt. Sonys Probleme beschränken sich indessen nicht auf LCD-Fernseher. Auch im Kamerageschäft lässt der Wettbewerb die einst satten Margen deutlich schrumpfen. Die seit Jahren Gewinne verheißenden Netzwerkdienste sprudeln längst nicht stark genug, um diese Einbußen auszugleichen. Zudem bedrohen Tablet-PCs inzwischen ein weiteres wichtiges Standbein von Sony, die Videospielsparte.

Kommentare (4)

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Charly

10.04.2012, 11:20 Uhr

"Sony steckt viel tiefer in der Krise als befürchtet"

Super, ich bin hocherfreut, eine korrupte und kriminelle Gesellschaft wie Sony, die den Käufern Viren-Schadsoftware auf die Computer bringt wie Sony vor einigen Jahren muss endlich weg vom Markt.

Sony ist eine Firma die Computersabotage betreibt.
Auch als Rechteverwerter hat sich Sony übel hervorgetan.

Ich vermeide es schon seit Jahren irgendetwas von Sony zu kaufen.

Account gelöscht!

10.04.2012, 13:13 Uhr

hab mir vor drei Jahren ne Spiegelreflex,(Fernseher,Hifi Anlage,PC) gekauft, der zubehör den ich jetzt gern hätte,ist mitunter teurer wie die ganze Kamera. Rabattaktionen Fehlanzeige,Bevorzugung wegen Treue,nix....

Auf die Jahre gesehen bin ich jetzt schon etwas enttäuscht und werd mich anderweitig orientieren.

Charly

10.04.2012, 15:00 Uhr

Nachtrag:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Sony-BMGs-Kopierschutz-mit-Rootkit-Funktionen-143366.html

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