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30.04.2015

10:13 Uhr

Holcim und Lafarge

Freie Bahn für die große Zementfusion

VonHolger Alich

Filaret Galchev hat sich entschieden: Der Holcim-Großaktionär will die Fusion mit Lafarge unterstützen. Einen Platz im Verwaltungsrat des neuen Zementriesens wird der russische Investor aber dennoch nicht bekommen.

Der Fusion mit Lafarge steht nun nichts mehr im Wege. Reuters

Holcim-Zementsäcke

Der Fusion mit Lafarge steht nun nichts mehr im Wege.

ZürichVor ein paar Tagen war die Zustimmung noch eher kryptisch. Nun hat sich der russische Investor Filaret Galchev klar hinter die Fusion der Zementkonzerne Holcim und Lafarge gestellt. Er hält knapp elf Prozent an Holcim und ist damit der zweitgrößte Aktionär des Konzerns.

Seine Holding Eurocement habe alle Vor- und Nachteile analysiert und sieht nun die Entwicklung des fusionierten Konzerns positiv, „daher werden wir die Fusion unterstützten“, teilte Eurocement in der Nacht auf Donnerstag mit. Da weitere Großaktionäre wie die US-Fondsgesellschaft Harris Associates (rund sechs Prozent Anteil) ebenfalls die Fusion unterstützen wollen, scheint nun sehr wahrscheinlich, dass Holcim-Präsident Wolfgang Reitzle auf der außerordentlichen Hauptversammlung von Holcim am 8. Mai die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit zusammen bekommt.

Die beiden Zementkonzerne Holcim und Lafarge wollen sich zum Weltmarktführer zusammenschließen. Der Deal hat einen Wert von rund 40 Milliarden Euro. Da sich nach Ankündigung die Geschäfte Holcims besser entwickelt hatten als die von Lafarge, hatte Holcim-Präsident Reitzle im März den Deal noch nachverhandelt. So wurde das Tauschverhältnis aus Sicht von Holcim nachgebessert auf 9 Holcim-Aktien für je 10 Lafarge-Titel von zuvor 10 zu 10 Aktien.

Ferner drückte Reitzle durch, dass der langjährige Lafarge-Chef Bruno Lafont nicht die operative Leitung des Zementriesen übernimmt. Lafont soll stattdessen Co-Präsident des Verwaltungsrates an der Seite von Reitzle werden. Als neuen CEO einigten sich beide Seiten auf den Lafarge-Manager Eric Olsen.

Trotz dieser Nachbesserungen kritisierte Eurocement bisher den Deal als unausgewogen. Reitzle versuchte Galchev zu überzeugen, indem er ihm einen Sitz im Verwaltungsrat anbot. Mitte April teilte Galchev dann plötzlich mit, das Angebot annehmen zu wollen und in das Board des fusionierten Konzerns einziehen zu wollen. Das konnte bereits als Zeichen der Zustimmung zum Deal interpretiert werden.

Mittlerweile hatten sich aber andere Großaktionäre wie Harris Associates klar für die Fusion ausgesprochen. Reitzle brauchte Galchevs Unterstützung also nicht mehr zwingend. Daher ließ Holcim mitteilen, dass Galchevs Bewerbung für den Verwaltungsrat zu spät komme, die Einladung zu der außerordentlichen Hauptversammlung sei bereits verschickt. Trotz dieses eigenartigen Hin- und Hers stellt sich Galchev nun dennoch klar hinter den Deal.

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