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14.05.2015

09:03 Uhr

Honda ruft Autos mit Takata-Airbags zurück

Noch mehr Ärger mit Luftkissen

Kleiner Fehler mit großer Wirkung: Nach Toyota und Nissan ruft jetzt auch Honda weltweit weitere Millionen Fahrzeuge zurück. Das Problem sind Airbags des Herstellers Takata. In den USA wird gegen den japanischen Zulieferer bereits ermittelt.

Der Airbag des Herstellers Takata macht Ärger. Reuters

Der Airbag des Herstellers Takata macht Ärger.

Tokio/DüsseldorfWegen Airbag-Problemen ruft Honda weltweit weitere 4,8 Millionen Fahrzeuge zurück. Dies teilte der japanische Autohersteller am Donnerstag mit.1,74 Millionen Autos entfallen dabei auf den japanischen Heimatmarkt. Betroffen seien unter anderem Modelle wie der Fit und Accord Hybrid, hieß es.

Am Vortag hatten bereits die Rivalen Toyota und Nissan 6,5 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückbeordert. Dort sollen die Luftkissen des Zulieferers Takata wegen eines möglichen Defekts ausgetauscht werden. In den Honda-Fahrzeugen waren jene Airbags von Takata eingebaut, die mit dem Unfalltod von sechs Menschen in Verbindung gebracht werden. Gegen den japanischen Zulieferer ermitteln in den USA Staatsanwaltschaft und Aufsichtsbehörden. Insgesamt wurden wegen der Airbags seit 2008 weltweit mehr als 30 Millionen Autos zurückgerufen.

Die größten Rückrufe der Geschichte

General Motors

Wegen eines defekten Zündschlosses mussten 2014 mehr als 8,4 Millionen Autos in die Werkstätten.

Quelle: Statista

Toyota und Nissan

Wegen Problemen mit Airbags des Zulieferers Takata müssen die beiden japanischen Autobauer im Mai 2015 über 6,5 Millionen Autos zurückrufen.

Toyota

6,4 Millionen Autos wiesen 2014 Defekte an Sitzen und Lenksäulen auf.

Toyota II

5,6 Millionen Fahrzeuge wurden im Jahr 2010 in die Werkstätten beordert, weil es Probleme mit dem Gaspedal gab.

Hyundai und Kia

Drei Millionen Bremslichter mussten im Jahr 2013 repariert werden.

Toyota, Honda, Nissan

Drei Millionen Airbags mussten im Jahr 2013 repariert werden.

Marktführer Toyota versicherte, dass der normale Fahrbetrieb durch die fehlerhafte Funktion des Airbags nicht beeinträchtigt sei. Allerdings könne der Airbag im Falle eines Unfalls „nicht mehr ordnungsgemäß“ auslösen. Es könne Feuchtigkeit in den Gasgenerator des Fahrer- und des Beifahrer-Airbags eindringen. Anderen Berichten zufolge besteht die Gefahr, dass die Airbags wegen mangelhafter Verarbeitung platzen - dabei kommt es zu einer Explosion, die Teile der Metallverkleidung durch den Fahrzeugraum schleudert und zu schweren Verletzungen führen kann.

Betroffen sind laut Toyota insgesamt 35 Modelle, die zwischen März 2003 und November 2007 produziert wurden, darunter Corolla und Yaris. Einer Sprecherin zufolge werden die Halter in Deutschland über das Kraftfahrtbundesamt informiert.

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Takatas explosionsanfällige Gasgeneratoren für Airbags fliegen nun nochmals Toyota und Nissan um die Ohren. 6,6 Millionen Autos werden weltweit zurückgerufen. Trotz hoher Verluste hat der Zulieferer aber Zukunft.

Das Problem wird die betroffenen Autobauer noch länger beschäftigten, denn der Austausch des Gasgenerators im Airbag dauert zwar maximal eine Stunde. Doch Zulieferer Takata kann den Austausch mehrerer Jahresproduktionen nicht ohne weiteres alleine stemmen. Monatlich soll das Unternehmen rund 450.000 Teile produzieren. Insgesamt mussten wegen der Takata-Airbags bis heute 581.000 Autos in Deutschland in die Werkstatt.

Ein schneller Abschied der Autobauer von Takata ist nach Einschätzung von Branchenexperten dennoch nicht zu erwarten. Takata ist bekannt für seine besonders kompakten Airbags. Die Modelle der Autobauer wurden nach den technischen Spezifikationen des Zulieferers entworfen. Eine Umrüstung dürfte daher noch länger dauern als ein Austausch der fehlerhaften Teile.

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