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03.07.2015

11:39 Uhr

Hyundai-Absatz

Ernüchterung auf Koreanisch

VonLukas Bay

Hyundai gehört zu den erfolgreichsten Autokonzernen der vergangenen Jahre. Das erste Halbjahr verlief für die Koreaner allerdings enttäuschend. Nun soll ein runderneuertes Modell für Schwung sorgen.

Die Jahre, in denen Hyundai den Absatz rasant steigern konnte, sind vorbei. Nun geht es den Koreanern darum, das Geschäft auf sichere Füße zu stellen. Reuters

Abkühlung in Korea

Die Jahre, in denen Hyundai den Absatz rasant steigern konnte, sind vorbei. Nun geht es den Koreanern darum, das Geschäft auf sichere Füße zu stellen.

DüsseldorfAlle wussten, dass es schwierig werden würde. Nicht umsonst hatten die Hyundai-Verantwortlichen schon zu Beginn des Jahres die Messlatte niedriger gelegt. Nach Jahren des rasanten Wachstums strebe man im Jahr 2015 nur ein leichtes Wachstum an, betonten die Koreaner. Dafür solle der Umsatz stabil zulegen. Die Verkaufszahlen im Juni dürften trotzdem für Ernüchterung in Seoul sorgen.

Im dritten Monat in Folge ist der weltweite Absatz im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Mit 2,42 Millionen verkauften Fahrzeugen liegt man im ersten Halbjahr 3,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Erstmals seit 2008 musste man schon im Mai die Produktion in den koreanischen Werken zurückfahren.

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Nein, wirklich wehtun wird der Hyundai Genesis weder Mercedes noch Audi oder BMW. Aber die luxuriöse Limousine zeigt, wie nah die Koreaner dem deutschen Premiumanspruch kommen, wenn sie nur wollen. Und sie verbreiten Spaß.

Dabei ist es mal nicht Europa, das Probleme bereitet. Im Gegenteil: Hier wurde die Modellpalette zuletzt runderneuert, ist nun die jüngste im Markt. Der Absatz konnte nach den jüngsten Zahlen des europäischen Branchenverbandes Acea sogar um neun Prozent zulegen. Doch in anderen Weltregionen geht Hyundai die Puste aus.

Da sind zum einen die Probleme in den USA. Wie Volkswagen fehlen auch Hyundai die großen SUVs, um am Wachstum des amerikanischen Marktes teilzuhaben. Die Absatzzahlen im ersten Halbjahr sprechen eine deutliche Sprache: Während die Konkurrenten zulegen, kann der Absatz der Koreaner nur leicht zulegen – damit verliert Hyundai Marktanteile.

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Man(n) muss nicht traurig sein, wenn man keinen Passat-Dienstwagen bekommen hat. Solange es ein Hyundai i40 geworden ist. Der Korea-Kombi punktet bei Design und Ausstattung. Doch Motor und Fahrwerk lassen Wünsche offen.

Noch schlechter sieht es in China aus. Hier schrumpfte der Absatz von Hyundai allein im Juni um satte 31 Prozent. Und das in einem Markt, in dem jedes vierte Auto von Hyundai verkauft wird. Zwei neue Werke in China sollen künftig die Wechselkursturbulenzen zumindest im Rahmen halten. Der starke Won macht dem Autobauer zu schaffen. Insbesondere die japanische Konkurrenz kann die Fahrzeuge im asiatischen Markt derzeit deutlich günstiger verkaufen.

Besonders im rasant wachsenden SUV-Segment haben die Koreaner mit dem kompakten Tucson, der in Europa bisher als iX35 verkauft wurde, und dem etwas größeren Santa Fe gerade einmal zwei Modelle zu bieten. In China verkaufen die Koreaner darüber hinaus den kompakten iX25. Im Laufe des Jahres soll mit dem Creta ein SUV für den indischen Markt vorgestellt werden.

Wichtiger dürfte allerdings die Neuauflage des Tucson werden, mit dem Hyundai den neuen Premiumanspruch unterstreichen will. Das Auto stammt aus der Feder des deutschen Designers Peter Schreyer. Doch auch mit den neuen Modellen dürfte der Absatz weltweit nicht allzu schnell anziehen. Im zweiten Halbjahr müssen sich die Koreaner nun strecken, um das Jahresziel von mehr als fünf Millionen verkauften Fahrzeugen noch zu erreichen.

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