Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.09.2016

17:06 Uhr

IAA Nutzfahrzeuge

Das elektrische Zeitalter hat begonnen

VonStefan Menzel

Auf der IAA zeigen die Hersteller die Zukunft der Nutzfahrzeuge. Zumindest in den Städten wird sie elektrisch sein. Dort lohnt sich der Einsatz batteriegetriebener Fahrzeuge. 2020 dürfte die Serienproduktion beginnen.

Platooning auf deutschen Straßen

Gefährlich? Der Lkw-Fahrer wird bald zum Accessoire!

Platooning auf deutschen Straßen: Gefährlich? Der Lkw-Fahrer wird bald zum Accessoire!

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

HannoverDer Fahrer des Transporters lässt eine kleine Laderampe herunter. Dann kommen langsam die kleinen dreiachsigen Wägelchen zum Vorschein. Kleine Transportbehälter, nicht viel größer als ein Papierkorb. Sie fahren aus dem Transporter heraus – ferngesteuert, zu erkennen an der langen Antenne.

Nicht auf dem Messegelände und nicht auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA), sondern in der Innenstadt von Hannover inszeniert der Daimler-Konzern spektakulär die Zukunft des Transports. Die Lastwagen-Flotte der Zukunft fährt vor einem Kraftwerk in gleißendem Scheinwerferlicht vor. Die Schornsteine des Kraftwerks sind in leuchtendes Blau gehüllt – der Farbe, die für sauberen und umweltgerechten Elektroantrieb steht.

MAN und Scania werden digital: Eine Apple-Welt für Brummis

MAN und Scania werden digital

Eine Apple-Welt für Brummis

Auf der IAA in Hannover präsentiert die VW-Nutzfahrzeugsparte ihr neues digitales System Rio. MAN und Scania wollen damit die Transportwelt revolutionieren. Die Grundidee hat sich der Konzern von Apple abgeschaut.

Die Inszenierung der elektrischen Zukunft geht bei Daimler noch weiter. Ein semi-autonomer Bus fährt vor, der Teile des Weges selbstständig und ohne Fahrer zurücklegen kann. Dann kommt der Elektro-Lastwagen für den städtischen Verteilerverkehr, der schon in wenigen Jahren durch die Zentren der deutschen Kommunen rollen soll. Ein Raunen geht durch das Publikum, als eine Drohne punktgenau auf dem Dach des Elektro-Transporters landet. Auch so könnte im nächsten Jahrzehnt die Zukunft der Logistik aussehen.

Potenzielle Kunden müssen sich allerdings gedulden. Es werden noch einige Jahre vergehen, bis Transporter und Lastwagen tatsächlich mit einem Batterieantrieb unterwegs sind. „2020 wird der Gezeitenwechsel einsetzen“, glaubt Wolfgang Bernhard, Konzernvorstand bei Daimler und dort verantwortlich für die Nutzfahrzeug-Sparte. Spätestens in vier Jahren sollten bei den Stuttgartern batteriegetriebene Busse, Transporter und Lastwagen als Serienmodelle von den Bändern laufen.

Bernhard hat dafür eine zentrale Begründung parat. „Die großen Neuigkeiten kommen aus der Entwicklung der Batterien“, betont der Daimler-Vorstand. Die jüngste Generation sei etwa zweieinhalbmal so leistungsfähig wie ihre Vorgänger. Die Produktionskosten seien mit demselben Faktor gesunken. Zudem rechne der Daimler-Konzern damit, dass Kapazität und Fertigungsaufwand noch weiter zurückgingen. „Der vollelektrische Antrieb wird also langsam für unsere Kunden interessant“, folgert Bernhard.

In Hannover präsentiert der Daimler-Konzern einen neuen batteriegetriebenen Transporter seiner japanischen Tochter Fuso. Genaue Preise für das Fahrzeug nennt das Unternehmen noch nicht. Fuso macht allerdings eine andere Rechnung auf: Nach drei Jahren hätten sich die höheren Anschaffungskosten für den teureren Batterieantrieb amortisiert. Der Strompreis liege deutlich unter den Kosten für Diesel, deshalb lohne sich für den Spediteur der Wechsel auf den Batterieantrieb. Außerdem würden die Wartungskosten mit dem Batterieantrieb deutlich sinken.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Jürgen Mücke

21.09.2016, 17:23 Uhr

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.


Ich glaub aber erst an der Einführung wenn es wirklich soweit ist und ich mir eines bestellen kann mit 500 km und mehr Reichwerte zu bezahlbaren Preisen. Eine Quersubventionierung mit den Verbrennerm ist anfänglich unbedingt erforderlich...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×