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03.06.2013

13:58 Uhr

IATA-Jahrestreffen

Luftfahrtbranche geht von Gewinnsprung aus

Die Luftfahrtbranche hofft auf Auftrieb: Die Zukunftsaussichten sind besser als zunächst angenommen. Sparprogramme und Kapazitätskürzungen zahlen sich aus. Erstmals sollen mehr als drei Milliarden Menschen fliegen.

Tony Tyler blickt in optimistisch in die Zukunft seiner Branche. Reuters

Tony Tyler blickt in optimistisch in die Zukunft seiner Branche.

KapstadtNeuer Lichtblick für die Luftfahrtbranche: Der internationale Branchenverband IATA erwartet, dass die Airlines in diesem Jahr weltweit einen Gewinn von 12,7 Milliarden Dollar (9,8 Mrd Euro) einfliegen. Das sind zwei Drittel mehr als im Jahr 2012 und ein Fünftel mehr als noch im März vorausgesagt. Besonders stark dürfte es für die gebeutelten europäischen Fluglinien aufwärts gehen, wie die IATA am Montag bei ihrem Jahrestreffen in Kapstadt mitteilte. Dazu dürfte vor allem der gebremste Ausbau des Flugangebots beitragen.

IATA-Chef Tony Tyler sieht die Branche trotz aller Verbesserungen in einer schwierigen Lage. Im Mittelpunkt des Handelns stehe weiterhin „die tägliche Herausforderung, mehr Umsatz als Kosten zu generieren“. Im Schnitt blieben pro Passagier lediglich vier Dollar als Gewinn bei der Fluggesellschaft hängen, die Gewinnmarge liege bei lediglich 1,8 Prozent des Umsatzes. Viele Gesellschaften kämpften daher ums Überleben.

Allerdings zeigen die Kapazitätskürzungen vieler Gesellschaften der IATA zufolge Wirkung. Die Flugzeuge dürften in diesem Jahr zu gut 80 Prozent ausgelastet sein, schätzt Tyler. Dies wäre ein neuer Spitzenwert. Der Verband rechnet weiterhin mit einer wachsenden Nachfrage nach Flugtickets. Die Zahl der Passagiere soll 3,13 Milliarden erreichen und damit erstmals die Drei-Milliarden-Marke knacken.

Die größten Fluggesellschaften der Welt

Platz 10

US Airways (USA) - 66 Millionen Passagiere

Durch die Fusion mit American Airlines steigt die Fluggesellschaft ab Herbst 2013 zur größten der Welt auf. Im vergangenen Jahr schaffte die Airline nur knapp den Sprung in die Top Ten.

Platz 9

China Eastern Airlines (China) - 73 Millionen Passagiere

Mitte 2011 wurde die chinesische Airline ins SkyTeam aufgenommen. Die 285 Flugzeuge steuern im wesentlichen Ziele im Inland an, aber auch Flughäfen in Nordamerika, Europa und Australien. Größter Anteilseigner der Fluggesellschaft ist die chinesische Regierung.

Platz 8

Air France-KLM (Frankreich) - 77 Millionen Passagiere

Die Franzosen leiden unter dem schwachen Geschäft in Europa. Billig-Airlines und Kerosinpreise verhageln das Geschäft. Darum wurde zuletzt sogar eine Kooperation mit dem aufstrebenden arabischen Konkurrenten Etihad eingegangen, um der Lufthansa ihren Spitzenplatz abzujagen.

Platz 7

Ryanair (Irland) - 79 Millionen Passagiere

Ryanair-Chef Michael O'Leary ist berühmt für seine ausgeflippten Auftritte. Durch seine Billigstrategie sind die Iren mittlerweile die größte Fluggesellschaft Europas. Zuletzt wollten die Iren erneut den heimischen Konkurrenten Aer Lingus übernehmen.

Platz 6

China Southern Airlines (China) - 87 Millionen Passagiere

Asiens größte Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von 360 Maschinen - darunter auch ein Airbus A380. Damit soll die Expansion noch lange nicht abgeschlossen sein, die Flotte soll in den kommenden Jahren um 121 Flugzeuge ausgebaut werden.

Platz 5

Lufthansa (Deutschland) - 103 Millionen Passagiere

Die größte deutsche Fluggesellschaft macht rund 75 Prozent ihrer Umsätze im Passagiergeschäft. Besonders das Geschäft in Europa sorgte zuletzt aber für Millionenverluste. Viele europäische Strecken wurden darum auf die Billigtochter Germanwings umgestellt.

Platz 4

American Airlines (USA) - 108 Millionen Passagiere

Ende 2011 musste die Fluggesellschaft noch Insolvenz anmelden - bald könnte sie durch die Fusion mit US Airways zur größten der Welt aufsteigen.

Platz 3

Southwest Airlines (USA) - 109 Millionen Passagiere

Die bunten Texaner sind die größte Inlandsfluggesellschaft der Welt. Nachdem die Passagierzahl in der Finanzkrise zuletzt heftig gesunken war, erreichte sie 2012 wieder ein Rekordniveau weit über der 100-Millionen-Marke.

Platz 2

United Continental (USA) - 140 Millionen Passagiere

Die Airline aus Chicago verpasst den Spitzenplatz nur knapp. Als Mitglied der Star Alliance ist United auch ein wichtiger Partner der Lufthansa.

Platz 1

Delta Airlines (USA) - 165 Millionen Passagiere

Die Amerikaner sind noch die größte Fluggesellschaft der Welt - müssen ihren Titel aber bald abgeben. Durch die Fusion von American Airlines und US Airways dürfte Delta als größte Fluggesellschaft abgelöst werden. 752 Flugzeuge gehören zur Flotte, weitere 125 sind bestellt.

Diese Entwicklung soll auch den Fluggesellschaften in Europa helfen. Die IATA erwartet, dass die hiesige Branche in diesem Jahr 1,6 Milliarden Dollar verdient. Dies wäre doppelt so viel wie im März prognostiziert und mehr als fünfmal so viel wie im schwachen Jahr 2012. Noch im Dezember hatte der Verband sogar nur ein Ergebnis an der Nulllinie vorausgesagt. Viele klassische Fluglinien wie Lufthansa, Air Berlin, die spanische IAG-Tochter Iberia und Air France-KLM haben allerdings harte Sparprogramme eingeleitet, die zumindest teilweise bereits Wirkung zeigen.

Die Aktien europäischer Fluggesellschaften profitierten am Montag nur teilweise von den Nachrichten. Während die Papiere von Lufthansa und Ryanair im Tagesverlauf zulegten, konnten sich die Titel von Air France-KLM und der British-Airways-Mutter IAG dem allgemeinen Abwärtstrend an den Finanzmärkten nicht ganz entziehen.

Im weltweiten Vergleich stehen europäische Fluggesellschaften aber verhältnismäßig schwach da. In der Region Asien-Pazifik erwartet die IATA einen Branchengewinn von 4,6 Milliarden Dollar, Fluggesellschaften in Nordamerika sollen mit 4,4 Milliarden nur knapp dahinter liegen. Im Nahen Osten, wo Fluglinien wie Emirates einen starken Wachstumskurs verfolgen, sagt die IATA 1,5 Milliarden Dollar, für Lateinamerika 600 Millionen Dollar Gewinn voraus. Am schwächsten dürften mit 100 Millionen Dollar die afrikanischen Fluglinien abschneiden, die 2012 noch in der Verlustzone steckten.

Von

dpa

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