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26.06.2012

16:36 Uhr

IG Metall

Die Zukunft von Opel steht auf dem Spiel

Bei den Verhandlungen zur Sanierung Opels geht es laut IG Metall um die Zukunft des Unternehmens. Die Schlacht um den Autohersteller könne nur in Europa gewonnen werden.

Das Opel-Werk in Bochum. dapd

Das Opel-Werk in Bochum.

FrankfurtBei den Verhandlungen zur Sanierung des Autoherstellers Opel steht nach Auffassung der IG Metall die Zukunft des gesamten Unternehmens auf dem Spiel. Man spreche mit dem Mutterkonzern General Motors nicht über einzelne Standorte, sondern über das komplette Unternehmen, erklärte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild am Dienstag.

Dazu gehörten Perspektiven für alle Standorte inklusive des von der Schließung bedrohten Werks in Bochum. Die Sanierung, deren zentrales Ziel die Steigerung des Marktanteils in Europa sein müsse, werde nur mit der Belegschaft gelingen, nicht gegen sie.

Derzeit führt die IG Metall mit dem Opel-Management Verhandlungen über die Zeit nach 2014, wenn der aktuelle Standortsicherungspakt ausläuft. Vorbedingung war eine weitere Beschäftigungsgarantie für die vier deutschen Werke bis 2016.

Die Tariferhöhung von 4,3 Prozent ab Mai für die rund 22.000 Beschäftigten in Deutschland wird zunächst bis Oktober gestundet, könnte aber im Falle einer Nichteinigung in voller Höhe an die Belegschaft ausgezahlt werden, sagte Schild, der gleichzeitig im Aufsichtsrat von Opel sitzt.

Das jahrelange Ringen von Opel

2001

Der erfolglose Opel-Vorstandschef Robert Hendry muss das Handtuch werfen. Sein Nachfolger Carl-Peter Forster versucht, mit dem europaweit angelegten „Restrukturierungsprogramm Olympia“ die Tochter des US-Autobauers General Motors (GM) wieder profitabel zu machen.

2004

GM legt im Oktober einen drastischen Sparplan für die europäische Tochter vor, der den Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen vorsieht - davon bis zu 10.000 in Deutschland. Die Arbeiter im Bochumer Werk legen aus Protest spontan die Arbeit nieder.

2005

Der Betriebsrat und das Opel-Management unterschreiben einen „Zukunftsvertrag“, der die Existenz der Werke in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern bis 2010 sichern soll.

2008

Nach Absatzeinbruch und massiven Verlusten bittet Opel als erster deutscher Autohersteller den Staat um Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll das Unternehmen stützen.

2009

Um nicht in den Strudel der GM-Insolvenz zu geraten, arbeitet Opel an einem Konzept zur Trennung von dem schwer angeschlagenen Mutterkonzern. Zwei Tage vor der GM-Pleite am 1. Juni einigen sich Bund, Länder, GM und das US-Finanzministerium nach langem Poker mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna auf ein Rettungskonzept. Im November beschließt GM, Opel doch zu behalten.

2010

Der als harter Sanierer bekannte Nick Reilly wird Opel-Chef. Im Zuge seines Sanierungskurses macht Opel im Oktober das Werk im belgischen Antwerpen mit einst 2500 Beschäftigten dicht. Von den 48.000 Stellen in Europa werden insgesamt 8000 abgebaut.

2011

Der bisherige GM-Chefentwickler Karl-Friedrich Stracke löst Reilly ab, der Chef des GM-Europageschäfts wird. Im zweiten Quartal verzeichnet Opel erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn. Im dritten Quartal rutscht der Autobauer aber zurück in die roten Zahlen.

2012

Während GM in Nordamerika einen Rekordgewinn einfährt, verbucht der Konzern in Europa einen Verlust von mehreren hundert Millionen Euro. Das Europageschäft besteht überwiegend aus Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall.

„Das wäre zwar eine fette Einmalzahlung für alle, aber auch der Anfang vom Ende des Unternehmens.“ Konkret werde derzeit an flexibleren Arbeitszeitmodellen gearbeitet, mit denen besser auf die schwankende Auslastung der Fabriken reagiert werden könne.

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26.06.2012, 19:01 Uhr


Bis zu einem Ende der Diskussion ist das Thema Opel längst vom Markt entschieden.

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