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24.04.2015

09:51 Uhr

IG-Metall-Forderung

Von der Leyen soll zu Heckler & Koch-Mitarbeitern sprechen

Verteidigungsministerin von der Leyen hat mit der Ankündigung, das G36-Gewehr bei der Bundeswehr auszumustern, den Hersteller Heckler & Koch geschockt. Die Gewerkschaft bittet die Politikerin zum Rapport nach Oberndorf.

Ein Bundeswehr-Soldat mit einer Variante des G36-Sturmgewehrs von Heckler & Koch. AFP

G36

Ein Bundeswehr-Soldat mit einer Variante des G36-Sturmgewehrs von Heckler & Koch.

OberndorfDie IG Metall hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wegen der Affäre um das Sturmgewehr G36 zu einer Stellungnahme vor der Belegschaft aufgefordert. „Sind Sie bereit vor der Belegschaft von Heckler & Koch persönlich Stellung zu beziehen und Ihre Sicht der Dinge darzulegen?“, heißt es in einem Brief an die Ministerin. Zuvor hatten die „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitag) darüber berichtet.

Von der Leyen hatte am Mittwoch angekündigt, „dass das G36, so wie es heute konstruiert ist, keine Zukunft in der Bundeswehr hat“. Wie sehr das Heckler & Koch mit seinen rund 700 Mitarbeitern treffen würde, sei schwer abzuschätzen, sagte Gewerkschaftssekretär Nicolas Bauer. „Wir befürchten aber, dass sich das auf die Arbeitsplätze auswirkt.“

Heckler & Koch: Wie der G36-Produzent sich verteidigt

Heckler & Koch

Wie der G36-Produzent sich verteidigt

Im Verteidigungsausschuss nimmt Ministerin von der Leyen Stellung zur vermeintlichen Treffungenauigkeit des Gewehrs G36. Derweil wagt sich Hersteller Heckler & Koch aus der Deckung und verteidigt sein Produkt.

In dem Brief fordert die Gewerkschaft von der Leyen auch auf, darzulegen, wie sie sich die künftige Zusammenarbeit vorstellt. Laut Heckler & Koch hat das Verteidigungsministerium schon Mitte 2014 einen vorläufigen Beschaffungsstopp für das G36 erlassen.

G 36 - Das Standardgewehr der Bundeswehr

Fast 20 Jahre dabei

Das Sturmgewehr G36 gehört seit 1996 zur Standardausrüstung jedes Bundeswehrsoldaten.

Hersteller

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden 176 544 der Waffen bei dem baden-württembergischen Hersteller Heckler & Koch eingekauft, von denen noch 166 619 genutzt werden.

Material

Das Gewehr besteht zum großen Teil aus Kunststoff und ist deswegen mit einem Gewicht von dreieinhalb Kilogramm vergleichsweise leicht.

Kaliber

Es hat ein Kaliber von 5,56 mal 45 Millimetern und kann Einzelschüsse und Dauerfeuer abgegeben.

Geschenk an kurdische Armee

8000 G36-Gewehre hat die Bundeswehr an die kurdische Armee im Nordirak für ihren Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat abgegeben.

Von

dpa

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