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18.02.2015

15:18 Uhr

IG Metall

Neue Streiks vor nächster Gesprächsrunde

Die IG Metall macht vor entscheidenden Gesprächen noch einmal Druck: Vor der nächsten Tarifrunde soll an drei Tagen in mehreren Betrieben die Arbeit niedergelegt werden. Die Unternehmen reagieren mit Unverständnis.

Die voraussichtlich entscheidende Verhandlungsrunde ist für den 23. Februar in Baden-Württemberg anberaumt. dpa

IG Metall beendet Warnstreik-Pause

Die voraussichtlich entscheidende Verhandlungsrunde ist für den 23. Februar in Baden-Württemberg anberaumt.

DüsseldorfKurz vor den entscheidenden Gesprächen mit den Arbeitgebern im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall in Nordrhein-Westfalen ein Ende ihrer Warnstreik-Pause verkündet. An drei Tagen bis zum 23. Februar solle in zahlreichen Betrieben wieder die Arbeit niedergelegt werden, kündigte IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler am Mittwoch an. Dann kommen Arbeitgeber und Gewerkschaft in Baden-Württemberg zu einer neuen Gesprächsrunde zusammen, die einen Durchbruch bringen soll. Die Arbeitgeber reagierten deshalb mit Unverständnis auf die Ankündigung neuer Warnstreiks – denn diese habe „keinen Bezug zur realen Verhandlungssituation“, sagte ein Sprecher von Metall NRW.

Beide Seiten hatten in ihrer letzten Verhandlungsrunde Anfang des Monats Fortschritte in der besonders umstrittenen Frage einer tariflichen Regelung zur Förderung der Weiterbildung gemacht. Über das Thema sprechen nun auch Arbeitsgruppen und versuchen, abseits des Rampenlichts der großen Gesprächsrunden eine Lösung zu finden. Zudem fordert die IG Metall auch Verbesserungen bei der Altersteilzeit für die bundesweit 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche und eine Tariferhöhung um 5,5 Prozent. Die Arbeitgeber hatten 2,2 Prozent mehr Lohn angeboten, die Gewerkschaft lehnte dies als zu niedrig ab.

„Die NRW-Gespräche zur Bildungsteilzeit stocken“, kritisierte Giesler nun: „Noch sind wir von einer guten Lösung sehr weit entfernt.“ Den Arbeitgebern blieben „nur noch wenige Tage Zeit für eine Lösung am Verhandlungstisch“. Gebe es keine Fortschritte, könne die Gewerkschaft zu einer Urabstimmung und einem unbefristeten Streik aufrufen.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Die IG Metall NRW hatte nach Fortschritten in der dritten Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern Anfang Februar die nun beendete Streikpause ausgerufen. Die voraussichtlich entscheidende Verhandlungsrunde ist für den 23. Februar in Baden-Württemberg anberaumt. Verhandlungskreisen zufolge soll dann ein Durchbruch versucht werden. In Baden-Württemberg waren in der Vergangenheit häufig Pilot-Abschlüsse für die Branche gelungen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Ralf Rath

19.02.2015, 09:32 Uhr

Zwar gilt im Allgemeinen, dass der Einzelne aufgrund seines ihm von Geburt an von Natur aus sozial gegebenen Wesens stets unveräußerlich alle Soziologie besitzt (vgl. Wittemann, K. P.: Ford-Aktion. Zum Verhältnis von Industriesoziologie und IG Metall in den sechziger Jahren, Marburg, 1994, S. 20). Halten sich im Besonderen aber weite Teile der Mitgliedschaft einer Gewerkschaft nicht daran, scheitern jegliche Verhandlungen zur Frage des künftigen Tarifs für menschlich verausgabte Arbeitskraft selbstverschuldet. Waltet somit in den Reihen der IG Metall politisch nicht die dementsprechende Disziplin, ergibt es keinen Sinn, wenn der Arbeitgeberverband Südwestmetall ein wie auch immer verbessertes Angebot kommenden Montag vorlegt.

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