Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.03.2012

03:03 Uhr

Illegale Preisabsprachen

US-Wettbewerbshüterin wettert gegen Apple

Vor der Klage die PR-Schlacht: Während sie eine Klage gegen Apple und fünf Verleger einleitet, greift die oberste Wettbewerbshüterin in den USA zu deutlichen Worten gegen die Firmen. Zu verlieren hat sie nichts mehr.

Abgesehen vom E-Book-Streit geht es Apple sehr gut: Das neue iPad verkauft sich so gut wie keines zuvor. Reuters

Abgesehen vom E-Book-Streit geht es Apple sehr gut: Das neue iPad verkauft sich so gut wie keines zuvor.

New York/WashingtonSharis Pozen, die oberste Kartellwächterin der USA, hat sich in der Privatwirtschaft nicht viele Freunde gemacht. Kurz vor ihrem Rücktritt legt sie sich nun mit Apple und fünf Großverlegern an. Im Visier ist auch der Verlag Macmillian, der zur deutschen Mediengruppe Georg von Holtzbrinck gehört. Es geht um illegale Preisabsprachen im E-Book-Markt.
„Firmen können sich nicht zusammentun und Preisabsprachen machen“, sagte Pozen in einem Interview, wie das Wall Street Journal berichtet, „wir werden das stoppen.“ Das US-Justizministerium bereitet derzeit eine Klage gegen Apple und fünf Verlage vor. Es geht um veränderte Preismodelle der Verleger, nachdem Apple das Lesegerät iPad auf den Markt gebracht hat.

Mögliche US-Klage: Apple steht unter Verdacht der Preistreiberei

Mögliche US-Klage

Apple und fünf Verlage stehen unter Verdacht

Mit im Fokus der Ermittlungen stehen neben Apple auch fünf große Verlage.


Apple hatte den Verlegern angeboten, die Preise vorzugeben. Bis zu dieser Änderung hatten die Verkäufer die Preise festgelegt, und den Verlagen die Hälfte abgegeben. Seit der Änderung sind e-Books überall spürbar teurer geworden, teilweise teurer als physische Bücher. Das Justizdepartement wirft Apple und den Verlegern Preistreiberei vor. Apple und die Verleger bestreiten dies.

Schlangestehen zum Verkaufsstart

iPad-Hype reloaded

Schlangestehen zum Verkaufsstart: iPad-Hype reloaded

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die oberste Wettbewerbshüterin Pozen sagte nun im Wall Street Journal „Wenn man Preisabsprachen auf höchster Ebene von Firmen sieht, dann weiß man, dass etwas nicht stimmt. Und man muss etwas dagegen tun.“ Pozen hat nichts mehr zu verlieren. Um sich aus dem Kreuzfeuer der Kritik zu ziehen, tritt sie von ihrem Posten als Oberste Kartellwächterin zurück.


Die fünf Verlage und Apple stehen auch im Visier der EU-Kommission. Auch hier lautet der Verdacht auf Kartellbildung. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, drohen den Unternehmen in Europa hohe Geldbußen. Absprachen zum Schaden von Verbrauchern sind in der EU ebenso wie in den USA verboten.

Von

jar

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

sss

26.03.2012, 09:08 Uhr

Wieder mal eine Portokassen strafe oder wird hier mal im Mrd Bereich wirklich gestraft.
Und wenn dann bitte sofort und komplett

Anonym

26.03.2012, 10:25 Uhr

Hallo,
entspricht die Entwicklung nicht ganz den Erwartungen? Papier, Druck, Logistik etc. sind nicht unbedeutend, aber einerseits sind eBooks hip, und damit läßt sich ein höherer Preis rechtfertigen, andererseits haben die eBool-Leser in ihre Hardware investiert und werden bei den höheren Preisen in den sauren Apfel beißen, wozu haben sie sonst ihr schönes neues Gerät.

Bei so vielen Neuerungen die den Konsumern nur Vorteile bringen sollten haben wir schon ähnliches erlebt. Wie sind z.B. bei der Einführung der CD die Preise nach oben gestiegen :)

Konsequenz, wer sich wundert, dass die Preise für das günstigere Produkt - elektronische Verfügbarkeit - höher liegen als die der Printausgaben wird vielleicht auch an anderen Stellen zu häufig auf Werbeaussagen hören.

Und, es ist nicht verwunderlich, dass Benutzer versuchen diesem Teufelskreis der Konzerne zu entkommen und durch unsere Lobbyisten erfolgreich kriminalisierte Ecke abwandern. Auch hier ein kurzer Gedanke, der Manager, der bei illegalen Preisabsprachen bewußt Millionen von Käufern betrügt, welches Ungemach erwartet ihn im Vergleich zu einem erwischten Kopierer?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×