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11.02.2004

07:48 Uhr

Im Kerkorian-Prozess musste Jürgen Schrempp erneut ins Kreuzverhör.

Warum Daimler den Benz opferte

VonSteffi Augter (Handelsblatt)

Bescheidenheit ist eine nützliche Eigenschaft vor Gericht. Jürgen Schrempp weiß das. Er hätte, sagt der mächtige Automanager, sogar seinen Posten abgegeben, damit die Fusion von Daimler-Benz und Chrysler reibungslos über die Bühne geht.

WILMINGTON. Schrempp sitzt erneut auf der Anklagebank und gibt sich alle Mühe zu beteuern, er habe vor fünf Jahren keine heimliche Übernahme des US-Autobauers geplant. Doch genau das wirft ihm der Milliardär und ehemalige Chrysler-Großaktionär Kirk Kerkorian vor und verlangt Schadensersatz in Milliardenhöhe.

Für Schrempp war es eine kurze Pflichtübung: Drei Stunden stellte er sich im Bezirksgericht von Wilmington im Bundesstaat Delaware den Fragen der Anwälte zur Fusion von Daimler-Chrysler, dann flog er wieder nach Stuttgart. Gebracht habe das auf Wunsch der Kläger einberufene neue Kreuzverhör nichts, glaubt die Daimler-Seite am Ende des Prozesstages am Montagabend. „Alles ist wie erwartet gelaufen“, sagt Konzernsprecher Han Tjan.

Kläger-Anwalt Terry Christensen dagegen sprach von einem „sehr guten Tag“ für die Anklage. Er befragte Schrempp vor allem zu Dokumenten, die nach seiner ersten Aussage vor zwei Monaten überraschend aufgetaucht waren und den Prozess unterbrochen hatten. Dabei handelt es sich um zumeist handschriftliche Aufzeichnungen des ehemaligen Chrysler-Finanzchefs Gary Valade aus dem Jahr 1998.

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