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12.02.2004

07:36 Uhr

Im Rheinland ist ein Wettkampf um das erfolgreichste Konzept für den Bau und Betrieb von Sport-Stadien entbrannt

Hochtief und Walter Bau steigen in die Arena

VonAxel Granzow

Im Rheinland ist ein Wettkampf um das erfolgreichste Konzept für den Bau und Betrieb von Sport-Stadien entbrannt. Im Westen Mönchengladbachs baut Hochtief ein neues Fußballstadion für die heimische Borussia. In Düsseldorf zieht Walter Bau die Arena in der Landeshauptstadt alleine hoch, nachdem sich Hochtief aus dem anfänglich gemeinsamen Projekt zurückgezogen hat.

DÜSSELDORF. Das Spielfeld ist noch eine Schlammwüste. Doch die Fans kümmert das nicht. Sie pilgern in Scharen zur Baustelle: Im Westen Mönchengladbachs baut Hochtief ein neues Fußballstadion für die heimische Borussia. Der Rohbau steht und zieht bereits jede Menge Publikum an. Zum Richtfest kamen trotz Regen mehr als 2 000 Gäste. Sie freuen sich nicht nur auf eine neue Arena, sondern hoffen auch auf den Klassenerhalt.

Aber auch für die Stadtväter ist die neue Arena ein Hoffnungsträger. Wie einst die Hallenbäder gelten heute schicke Stadien als die Attraktion, um mehr zahlende Gäste in die Kommunen zu locken. Regionale Wirtschaftsförderung trotz leerer Kassen: Wenn’s schief geht, zahlt der Steuerzahler. Für die großen Baukonzerne wie Hochtief in Mönchengladbach und Walter Bau in Düsseldorf sind die Sport-Immobilien allemal ein gutes Geschäft, die Finanzierung ist zumeist öffentlich verbürgt. Doch es bleiben Risiken.

Denn der erfolgreiche Betrieb der Arenen steht und fällt mit dem Erfolg des Hauptnutzers, den Kickern des Ortsvereins. In Mönchengladbach spielen die Ballathleten noch nicht richtig mit. Borussia droht der Abstieg in die Zweite Liga. Der Verein aber ist Bauherr und auch Schuldner der Baukosten. Die Stadt springt nur mit einem Darlehen zur Seite und hat die Grundstücke gestellt. Kein Problem, meint Reiner Pamp, Leiter Sportstätten bei Hochtief Construction: „Wir bauen nur ein Fußballstadion.“ Die Planung gelte auch für Liga Zwei.

Doch die Verhandlungen zogen sich acht Jahre hin. Arenaträumen wurde aus Kostengründen der Zahn gezogen. Ein 300 Mill. Euro teurer Sport-Tempel speckte so auf ein 87-Mill.-Euro-Stadion ab. In Düsseldorf hat Hochtief dagegen einen Rückzieher gemacht. „Die Risiken waren uns zu groß,“ sagt Pamp ohne konkret zu werden. Nun baut Walter Bau die Arena in der Landeshauptstadt allein. Baukosten: 218 Mill. Euro. Bauherr ist die Stadt

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