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18.01.2009

16:30 Uhr

Importabhängigkeit verringern

RWE-Chef fordert neue Diskussion über Kernkraft

ExklusivDer Chef des Essener Energiekonzerns RWE, Jürgen Großmann, fordert Konsequenzen aus dem Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine. In Deutschland müsse erneut über die Zukunft der Kernenergie nachgedacht werden.

Hält Kernkraft für uverzichtbar: RWE-Chef Jürgen Großmann. Foto: dpa dpa

Hält Kernkraft für uverzichtbar: RWE-Chef Jürgen Großmann. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. „Wenn wir unsere Importabgängigkeit nicht noch weiter erhöhen wollen, brauchen wir Kernkraftwerke“, sagte Großmann im Gespräch mit dem Handelsblatt. In vielen europäischen Ländern stehe das Thema Kernkraft schon wieder ganz oben auf der Agenda.

Erneuerbare Energien könnten das Problem der Abhängigkeit nicht lösen, sie vergrößerten es sogar. Zwar investiere RWE kräftig in den Ausbau vor allem der Windkraft. „Da der Wind aber nur unregelmäßig bläst und Windstrom daher schwer prognostizierbar ist, müssen wir sehr viel mehr flexible Kraftwerkskapazitäten vorhalten. Diese Flexibilität erreicht man nur mit Gaskraftwerken, weil die sich blitzschnell anfahren lassen, wenn plötzlich die Windräder still stehen“, sagte Großmann.

Zur Verbesserung der Versorgungssicherheit forderte der RWE-Chef zudem die stärkere Einbeziehung anderer Förderländer wie den Iran und den Ausbau alternativer Transportwege wie die Nabucco-Pipeline, die Gas aus Zentralasien über die Türkei bis nach Österreich führen soll. Auf russisches Erdgas könne Deutschland allerdings nicht verzichten, der Anteil an den Importen werde sogar noch steigen.

„Es ist klar, dass wir mittel- und langfristig auf Russland setzen müssen“, so Großmann. „Die Quellen in den Niederlanden und Großbritannien werden versiegen, und Norwegen kann das allein nicht ausgleichen.“

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