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30.03.2011

13:54 Uhr

In allen Bereichen

Bilfinger Berger erwartet Gewinnsprung

Für 2011 geht der Baukonzern Bilfinger Berger von Zuwächsen bei Umsatz und Leistung in allen Geschäftsbereichen aus. Ausnahme bleibt das Kerngeschäft Bau. Der Nettogewinn soll zudem deutlich über dem aus 2010 liegen.

Der designierte Vorstandschef Roland Koch wird mit einem deutlichen Gewinnsprung bei Bilfinger Berger starten. Quelle: dpa

Der designierte Vorstandschef Roland Koch wird mit einem deutlichen Gewinnsprung bei Bilfinger Berger starten.

Mannheim

Der scheidende Vorstandschef von Bilfinger Berger zeichnet seinem Nachfolger Roland Koch den weiteren Umbau vom Bau- zum Dienstleistungskonzern vor.

Nach dem lukrativen Verkauf des Australien-Geschäfts könnte bis zu eine Milliarde Euro in den Kauf von Unternehmen investiert werden, die sich in Übersee mit dem Unterhalt und der Wartung von Industrieanlagen oder im europäischen Ausland mit der Instandhaltung von Gebäuden beschäftigten, sagte Herbert Bodner am Mittwoch in Mannheim. Er übergibt sein Amt am 1. Juli nach zwölf Jahren an den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, der an der Bilanzpressekonferenz nicht teilnahm.

Ohne die für 790 Millionen Euro verkaufte Australien-Tochter Valemus machte das angestammte Baugeschäft im vergangenen Jahr nur noch 1,7 Milliarden von insgesamt 8,1 Milliarden Euro Umsatz aus. Nun will sich Bilfinger Berger auch aus der nigerianischen Beteiligung an Julius zurückziehen. Der 49-Prozent-Anteil ist an der Börse rund 150 Millionen Euro wert, steht aber mit Null in den Büchern von Bilfinger. Bodner dämpfte aber Hoffnungen auf einen schnellen Sonderertrag. "Das dauert auf der Zeitachse sicher länger", sagte er. Julius Berger hatte in Nigeria zuletzt mit Korruptionsaffären Schlagzeilen gemacht.

Für das ebenfalls zum Verkauf stehende Geschäft der US-Tochter Fru-Con im Kläranlagenbau gebe es bereits mehrere Interessenten.

Nach dem Valemus-Verkauf sitzt Bilfinger Berger auf rund 1,3 Milliarden Euro an flüssigen Mitteln. Das macht den Konzern ohne Großaktionär auch für eine Übernahme anfällig: "Wir sind latent übernahmegefährdet, wenn der richtige Preis geboten wird", sagte Bodner. "Aber ich halte feindliche Übernahmen in der Baubranche für einen "Schmarrn'", fügte der gebürtige Österreicher hinzu.

Den größeren Konkurrenten Hochtief hatte vor allem die gute Kapitalausstattung zum lukrativen Ziel für den spanischen Baukonzern ACS gemacht, der dort auf dem Weg zu einer Mehrheit ist.

Wenn das verfügbare Geld nicht rasch in weitere Übernahmen fließe, steige die Ungeduld, räumte Bodner ein. Daher arbeite Bilfinger Berger an vielen Übernahme-Projekten - "so intensiv, das habe ich noch nie erlebt". In den Planungen für 2011 seien sie aber nicht enthalten.

Bodner bekräftigte das Ziel, die erwirtschaftete Leistung von 8,1 Milliarden Euro 2011 mindestens stabil zu halten, wie auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 343 Millionen Euro. "So ehrgeizlos ist das nicht. Wir wollen beweisen, dass die (angepeilte) Ebit-Marge von vier Prozent noch steigerungsfähig ist", sagte der scheidende Vorstandschef. Dabei sollen weitere Zuwächse bei Bau- und Industriedienstleistungen die forcierte Schrumpfung des weniger lukrativen, risikoreichen angestammten Baugeschäfts wettmachen. 2012 sollen Leistung und Gewinn weiter zulegen.

Mehr Chancen als Risiken sieht Bodner im möglichen Aus für die deutschen Kernkraftwerke nach der Katastrophe in Japan, von denen Bilfinger Berger die meisten wartet und instand hält.

"Geschäftsschädigend wäre eine Abschaltung sicher nicht", sagte er. Der Rückbau der Anlagen könne für Bilfinger mehr Geschäft bringen als dadurch wegfiele. Die Wartung der Kraftwerke bringe derzeit rund 20 Millionen Euro Umsatz im Jahr.

Von

rtr

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