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30.01.2015

14:22 Uhr

In Brasilien

ThyssenKrupp wartet auf Erlaubnis für Krisenwerk

Seit 2010 betreibt ThyssenKrupp sein Werk in Rio de Janeiro mit einer vorläufigen Genehmigung – noch immer wartet das Unternehmen auf endgültiges grünes Licht für sein brasilianisches Krisenwerk.

Wolken ziehen über die Unternehmens-Zentrale von ThyssenKrupp in Essen: Das Werk in Brasilien macht weiter Sorgen. dpa

Jahresrückblick 2013 - ThyssenKrupp

Wolken ziehen über die Unternehmens-Zentrale von ThyssenKrupp in Essen: Das Werk in Brasilien macht weiter Sorgen.

BochumDer Industriekonzern ThyssenKrupp wartet weiter auf die endgültige Betriebserlaubnis für sein Krisen-Stahlwerk in Brasilien. Es seien noch einige Umweltauflage abzuarbeiten, sagte Finanzvorstand Guido Kerkhoff bei der Hauptversammlung am Freitag in Bochum. Seit dem Produktionsbeginn in dem Stahlwerk nahe Rio de Janeiro im Sommer 2010 hat ThyssenKrupp bislang nur eine vorläufige Genehmigung. Das sei in Brasilien durchaus üblich, erklärte Kerkhoff.

Das Stahlwerk in Brasilien hat sich für ThyssenKrupp in der Vergangenheit zu einem Desaster entwickelt. Erst explodierten die Baukosten, dann zeigte sich, dass es kaum wirtschaftlich für den Konzern zu betreiben ist. Zudem sorgten Schäden immer wieder für Probleme beim Anlauf der Produktion. Hinzu kamen Verstöße gegen Umweltschutzauflagen, mehrfach ging Graphit-Staubregen nieder.

Das Geschäftsjahr 2012/2013 von Thyssen-Krupp in Zahlen

Components Technology

Im Geschäftsjahr 2012/2013 erzielte die Komponenten-Sparte (unter anderem Zuliefererteile für die Autoindustrie) ein bereinigtes Ebit von 244 Millionen Euro.

Elevator Technology

Die Aufzug-Sparte hat mit einem bereinigten Ebit von 675 Millionen Euro das beste Ergebnis aller Sparten von Thyssen-Krupp eingefahren.

Industrial Solutions

Die Sparte für Industrieanlagen steuerte 640 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei.

Materials Services

Das bereinigte Ebit von Material Services lag 2012/2013 bei 236 Millionen Euro.

Steel Europe

Die von Überkapazitäten geprägte europäische Stahlsparte erwirtschaftete ein bereinigtes Ebit von 143 Millionen Euro.

Steel Americas

Bei der amerikanischen Stahl-Sparte sah es im Geschäftsjahr 2012/2013 düster aus, insgesamt stand ein Verlust von 495 Millionen Euro in den Büchern. Zumindest das Walzstahlwerk in Alabama konnte nach Ablauf des Geschäftsjahres für rund eine Milliarde Euro an Arcelor Mittal und Nippon Steel verkaufen.

Corporate

Hier fiel ein Verlust von 425 Millionen Euro an.

Anderthalb Jahre lang versuchte Konzernchef Heinrich Hiesinger, das Werk zu verkaufen, gab diese Bemühungen aber im November 2013 zumindest vorerst auf. Nun will ThyssenKrupp den Betrieb in eigener Regie voranbringen. Im vergangenen Geschäftsjahr gab es dabei Fortschritte. Allerdings kostete der in Brasilien produzierte Stahl immer noch mehr als derjenige aus dem Werk in Duisburg. Ursprünglich hatte sich ThyssenKrupp Kostenvorteile versprochen.

Von

dpa

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