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28.01.2005

14:46 Uhr

In Deutschland sind 600 Jobs betroffen

Siemens will 1250 Stellen streichen

Nur einen Tag nach Übernahme des Vorstandsvorsitzes bei Siemens leitet Klaus Kleinfeld erste Schritte zur Restrukturierung des Kommunikationsgeschäfts ein.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Foto dpa

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Foto dpa

HB MÜNCHEN. Siemens hat am Freitag Pläne für einen Abbau von 1250 Stellen im größten Bereich Communications verkündet. Ein entsprechendes Konzept sei am gleichen Tag im Wirtschaftsausschuss vorgestellt worden, teilte das Unternehmen am Freitag in München mit. Mit den Plänen reagiere man auf die unverändert schwierigen Rahmenbedingungen und den Kostendruck im Festnetzgeschäft. Der Siemens-Gesamtbetriebsrat kündigte Widerstand gegen die Pläne an.

Rund 600 der betroffenen Arbeitsplätze sollen nach Unternehmensangaben in Deutschland wegfallen, davon 400 in München sowie 200 in Berlin. Hinzu kämen weitere 650 Stellen in Vertriebsregionen außerhalb Deutschlands, hieß es. Der bereits bekannte Abbau von 100 Jobs bis in zentralen Funktionen des Bereichs an zwei Münchner Standorten bis 2006 sei schon im Gang. „Der geplante Stellenabbau ist nicht zwingend mit Entlassungen gleichzusetzen“, erklärte der Chef der Sparte, Lothar Pauly. „Unser Ziel ist es, den betroffenen Mitarbeitern im Rahmen des Möglichen neue Aufgaben innerhalb von Siemens zu vermitteln oder sozialverträgliche Lösungen zu finden.“ Dabei sei man „beratungsoffen“. Auch ein Unternehmenssprecher betonte, die Pläne seien noch nicht beschlossen. „Das sind die Größenordnungen, über die in den zuständigen Gremien zu entscheiden sein wird.“

Der Siemens-Gesamtbetriebsrat kündigte Gegenwehr an: Man habe gegen die Pläne des Unternehmens Widerspruch eingelegt und werde mit der Firmenleitung in Beratungen zum Erhalt der Arbeitsplätze eintreten. „Das Vertrauen der Mitarbeiter in die Firmenleitung und die Motivation der Mitarbeiter haben genug gelitten und dürfen jetzt nicht weiter strapaziert werden.“

Siemens dagegen verwies auf die Marktsituation und einen entsprechenden Anpassungsdruck. Die erhoffte Wende auf dem Markt für Festnetztechnik sei bislang ausgeblieben, hieß es. „Überkapazitäten erfordern auch Anpassungen bei den Mitarbeiterzahlen im Geschäftsgebiet Fixed Networks.“ Künftig wolle man stärker auf eine gute Basis im Kerngeschäft setzen und sich auf den Ausbau von Sprach- und Datenvermittlungssystemen konzentrieren. Hinzu kämen Wachstumsfelder wie die Internet-Telefonie, Home Entertainment oder Anwendungen und Dienstleistungen für Breitbandnetze.

Konkretere Pläne für das problematische Handy-Geschäft des Konzerns wurden unterdessen nicht bekannt. Im abgelaufenen ersten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 (30. September) machte die Sparte einen Verlust von 143 Mill. € nach einem Gewinn von 64 Mill. € im Vorjahreszeitraum. Der bisherige Konzernchef Heinrich von Pierer, der sich am Vortag in den Aufsichtsrat verabschiedet hatte, deutete an, dass eine Schließung nicht die bevorzugte Option ist. „Da sind auch große Werte da.“

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