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26.04.2012

19:10 Uhr

In Europa schwach

Fiat macht dank Chrysler deutlich Gewinn

Die soliden Zahlen der amerikanischen Tochter Chrysler haben dem italienischen Autobauer Fiat zu einem satten Plus im ersten Quartal des Jahres verholfen. Ohne die einst marode US-Marke hätte das anders ausgesehen.

Eine Viper SRT der Chrysler-Schwestermarke Dodge. AFP

Eine Viper SRT der Chrysler-Schwestermarke Dodge.

Mailand/DetroitDie genesene Tochter Chrysler hilft dem italienischen Autobauer Fiat aus der Patsche. Das boomende US-Geschäft bügelte im ersten Quartal einen Absatzrückgang in Europa mehr als aus. Dank der Chrysler-Sparte, die ihren Gewinn vervierfachte, verdiente Fiat 866 Millionen Euro und damit etwas mehr als von Branchenexperten erwartet. Ohne die Erträge von Chrysler hätte der Mutterkonzern die Gewinnschwelle nur knapp erreicht.

Das Unternehmen unter Leitung von Sergio Marchionne sieht sich dennoch auf dem richtigen Weg und bekräftigte seine Ziele für das laufende Jahr. An der Börse wurde Fiat am Donnerstag allerdings abgestraft: Die Aktie verlor 5,1 Prozent. Chrysler schaffte einen Nettogewinn von 473 Millionen Dollar. Das ist das höchste Quartalsergebnis seit der mehrheitlichen Übernahme durch die Italiener 2009. Auf dem US-Markt konnte Chrysler seinen Absatz um 36 Prozent steigern - während die Branche lediglich 13 Prozent zulegte. Dies zeige, dass das Chrysler-Management auf Kurs bleibe, sagte Fiat- und Chrysler-Chef Marchionne.

Seit der Insolvenz vor knapp drei Jahren hat Chrysler seine Flotte überarbeitet und die Verkäufe kräftig angekurbelt. Doch in Europa kämpft Fiat mit einer gegenläufigen Entwicklung: Hier brach der Umsatz um rund 13 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro ein. Doch Autobauer wie Fiat sind auf das Geschäft in Europa angewiesen, das von einem scharfen Preiswettbewerb, stagnierender Kaufkraft und einem wachsendem Heer an Arbeitslosen belastet wird. Der französische Konkurrent Peugeot hatte am Mittwoch sogar einen Absatzrückgang um 20 Prozent für das erste Quartal bekanntgegeben - mehr als das Minus von 18 Prozent bei Fiat.

Der Automarkt schrumpfte in Europa in dem Zeitraum insgesamt um 7,3 Prozent. Die schwache Entwicklung dürfte sich auch in den Bilanzen von Ford und General Motors (GM) widerspiegeln. Ford soll seine Zahlen am Freitag vorlegen, GM am kommenden Donnerstag. Während viele Autobauer ihre Werke wegen der Absatzkrise gerade in Südeuropa kaum auslasten können, überraschte Volkswagen am Donnerstag mit einem kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg zu Jahresbeginn.

Von

rtr

Kommentare (1)

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visitor

03.05.2012, 23:01 Uhr

Es ist schon erstaunlich, was die Italiener aus Chrysler machen und wie sich seinerzeit Daimler bei den Amerikanern blamiert hat! Offensichtlich ist das Management von Daimler schon seit einiger Zeit - außer bei den Vorstandsbezügen - drittklassig!

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