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02.02.2015

16:52 Uhr

Inder kaufen Scherer und Trier

Autozulieferer bekommt neuen Eigentümer

Ein Jahr nach der Insolvenz wird der deutsche Autozulieferer Scherer und Trier von der indischen Samvardhana Motherson Gruppe gekauft. Der neue Eigentümer sichert offenbar den Erhalt aller Arbeitsplätze.

Eine Straßenszene in Kalkutta, Indien: Der Autozulieferer Scherer und Trier wird künftig von einem indischen Unternehmen gelenkt. dpa

Indien und die Autos

Eine Straßenszene in Kalkutta, Indien: Der Autozulieferer Scherer und Trier wird künftig von einem indischen Unternehmen gelenkt.

MichelauDer Automobilzulieferer Scherer & Trier gehört knapp ein Jahr nach der Insolvenz nun einem indischen Konzern. Der Geschäftsbetrieb gehe „mit gut gefüllten Auftragsbüchern“ an die indische Samvardhana Motherson Gruppe, teilte Insolvenzverwalter Joachim Exner am Montag mit.

Alle rund 2000 Arbeitsplätze blieben erhalten. Scherer & Trier mit Sitz in Michelau (Bayern) hatte im vergangenen März Insolvenzantrag gestellt. „Die Übergabe des Geschäftsbetriebs an den Käufer ist der Schlusspunkt einer erfolgreichen Sanierung im Insolvenzverfahren“, sagte Exner. Samvardhana Motherson plane, den Standort Michelau zum Entwicklungszentrum auch für andere Geschäftsbereiche des Automotive-Konzerns auszubauen.

Die Samvardhana Motherson Group hat nach Exners Angaben Standorte in 25 Ländern. Im Geschäftsjahr 2013/14 erwirtschaftete der Konzern mit mehr als 70.000 Mitarbeitern 6,1 Milliarden US-Dollar Umsatz.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Scherer & Trier war vor knapp einem Jahr trotz guter Auftragslage in Schieflage geraten, weil Gespräche über eine Anschlussfinanzierung gescheitert waren. Das Unternehmen produziert thermoplastische Formteile unter anderem für BMW, Daimler, Porsche und den VW-Konzern. Die Produktion lief auch während des Insolvenzverfahrens weiter.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

02.02.2015, 18:58 Uhr

Immer mehr deutsche Firmen mit deutschen Management gehen Pleite! Absicht und Vorsatz vom deutschen Manger, nur weil sie Boni kassieren und nie für ihre fehler haftbar gemacht werden? Welcher Politiker beendet dieses menschenfeinliches Verhalten. Hr. Schröder führte dies ein (Kinderarbeit) und Frau Merkel ( alles zur Vernichtung Deutschland) weigert sich für Deutsche/Deutschland etwas zu tun! In ihrem IslamWahn will Frau Merkel nichts unternehmen, außer Krieg gegen Russlan(christlich) zu wirken!

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