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08.01.2007

15:40 Uhr

Indischer Generikahersteller auf dem Vormarsch

Inder wollen Merck-Generikasparte kaufen

Das indische Pharmaunternehmen Ranbaxy hat schon mit einigen Übernahmen in Europa von sich reden gemacht. Nun erwägt der Generikahersteller einen großen Coup, mittels dessen er mit einem Schlag zu den Größten der Branche gehören würde.

Der Markt für Nachahmerpräparate ist im Umbruch. Der indische Hersteller ist vorn mit dabei. Foto: AP

Der Markt für Nachahmerpräparate ist im Umbruch. Der indische Hersteller ist vorn mit dabei. Foto: AP

HB MUMBAI. Der indische Generikahersteller Ranbaxy ist an einer Übernahme des Geschäfts mit Nachahmermedikamenten von Merck interessiert. Die Merck-Sparte würde strategisch gut zu Ranbaxy passen, sagte Ranbaxy-Chef Malvinder Singh der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. „Das ist ein gutes Unternehmen und es ist ein gutes Geschäft.“ Die Finanzierung einer solcher Übernahme könnte Ranbaxy im Zusammenschluss mit Private-Equity-Firmen stemmen.

Merck hatte am Freitag bestätigt, einen Verkauf seines Generika-Geschäfts zu prüfen. Gespräche mit potenziellen Interessenten wurden aber noch nicht eingeleitet, hatte der Konzern erklärt. Mit einem Verkauf der Generika-Sparte könnte Merck seine wegen der Serono-Übernahme drastisch gestiegene Schuldenlast reduzieren. Merck setzte im Geschäft mit Nachahmermedikamenten 2005 mit 5 000 Mitarbeitern rund 1,8 Mrd. Euro um. Damit erwirtschaftete die die Sparte fast ein Drittel des Konzernumsatzes von 5,9 Mrd. Euro.

Die indischen Pharmaunternehmen sind in Europa zusehends auf der Suche nach Zukaufsmöglichkeiten. Anfang 2006 hatte Indiens zweitgrößter Pharmakonzern Dr. Reddy's den Augsburger Generikahersteller Betapharm für 480 Mill. Euro übernommen. Vor allem Ranbaxy hatte aber mit mehreren Übernahmen wie der des Generikageschäfts des britischen Konkurrenten Glaxo-Smith-Kline in Spanien und Italien von sich Reden gemacht. Der Konzern will nach früheren Angaben bis 2012 zu den weltweit fünf größten Generikaherstellern gehören.

Zuletzt war es in der Generikabranche zu mehreren Großübernahmen gekommen. Die Hersteller von Nachahmerpräparaten versuchen, sich damit neue Märkte zu erschließen. Zunehmend sehen sie sich aber auch wegen der Einsparungen in den staatlichen Gesundheitssystemen zu Übernahmen und Zusammenschlüssen gedrängt, um ihre Kosten besser in den Griff zu bekommen. Merck ist im Generika-Geschäft derzeit die Nummer vier der Branche. Primus ist der israelische Konzern Teva, gefolgt von der Novartis-Tochter Sandoz und dem US-Konzern Barr Pharmaceuticals.

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