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14.08.2011

14:29 Uhr

Industrie

Ferrostaal lädt Aktionäre erneut zur Hauptversammlung

ExklusivFerrostaal musste seine Geschäftsberichte ändern weil wegen eines Korruptionsskandals falsch bilanziert wurde. Auf einer neuen Hauptversammlung soll das berichtigte Zahlenwerk präsentiert werden.

Firmenzentrale des Anlagenbauer Ferrostaal in Essen: Das Unternehmen musste den Geschäftsbericht ändern. Quelle: dpa

Firmenzentrale des Anlagenbauer Ferrostaal in Essen: Das Unternehmen musste den Geschäftsbericht ändern.

DüsseldorfDie Eigentümer des Industriedienstleisters Ferrostaal werden diesen Monat erneut zu einer Hauptversammlung zusammenkommen. Für den 31. August sei ein Treffen der beiden Aktionäre – der arabische Staatsfonds IPIC und MAN – in Düsseldorf angesetzt, erfuhr das Handelsblatt (Montagsausgabe) aus dem Konzernumfeld. Eine Sprecherin des Essener Konzerns lehnte einen Kommentar dazu ab.

Bei der Versammlung soll der Geschäftsbericht für das Jahr 2010 gebilligt werden. Brisant ist ein weiterer Tagespunkt: Die Vertreter des Mehrheitseigners IPIC und der Ex-Mutter MAN soll erneut über die Abschlüsse der Jahre 1999 bis 2009 abstimmen. Diese waren bereits bei einer Ferrostaal-Hauptversammlung Mitte Mai Thema. Mit den Stimmen von IPIC waren die Abschlüsse abgesegnet worden, was MAN auf dem Treffen hart kritisiert hatte.

Ferrostaal hatte die Berichte nachträglich geändert, da bei der internen Aufarbeitung von Korruptionsvorwürfen Posten falsch bilanziert worden waren. Gewinne in Höhe von 103 Millionen Euro wurden daher zu viel an MAN überwiesen, wie Ferrostaal meint. MAN weist die Forderung zurück und hat Klage gegen die Beschlüsse eingereicht. Offenbar zu Recht, denn mit der erneuten Abstimmung sollen formale Fehler der ersten Hauptversammlung „geheilt“ werden, wie es in Kreisen der Aktionäre hieß.

Die Münchener MAN hatte vor zwei Jahren 70 Prozent von Ferrostaal an die Araber verkauft – seitdem herrscht Eiszeit. Denn kurze Zeit später brachte die Staatsanwaltschaft München massive Schmiergeldvorwürfe gegen Ferrostaal vor.

Von

HB

Kommentare (1)

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fremdkoerper

28.08.2011, 12:53 Uhr

Als ehemaliger Ferrostaal-Mitarbeiter finde ich es sehr traurig, was der ehemalige Vorstandsvorsitzende, Herr Dr. Mitscherlich, der Philosoph auf dem Vorstandssessel, aus der Firma gemacht hat. Aus einem weltweit angesehenen Unternehmen mit einzigartig einsatzbereitem Personal ist ein Scherbenhaufen geworden.

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