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07.08.2012

14:11 Uhr

Industrieanlagenbauer

Andritz sieht Aufschwung belastet

Aufgrund belasteter Großprojekte im Ausland kommen erste Fragezeichen in die Prognose des österreichischen Technologiekonzerns Andritz. Noch ist die Auftragslage zwar stabil, doch die Lage bei den Kunden wird unsicherer.

Arbeit an einem Großgenerator. PR

Arbeit an einem Großgenerator.

WienDer rasante Aufschwung beim Grazer Technologiekonzern Andritz nach dem Tief der Wirtschaftskrise vor drei Jahren droht einen ersten Knick zu bekommen. Zwar geht das Unternehmen, das auf Anlagen für die Papierindustrie sowie Turbinen und Generatoren für Wasserkraftwerke spezialisiert ist, für 2012 weiterhin von einem Umsatz- und Gewinnzuwachs aus. „Aber es gibt doch ein deutlich gestiegenes Maß an Unsicherheit über die weitere Entwicklung bei unseren Kunden“, räumte Firmenchef Wolfgang Leitner am Dienstag ein.

Im Auftragseingang mache sich das bislang zwar noch nicht bemerkbar. „Doch wir sehen in China und auch in Brasilien das ein oder andere Fragezeichen bei großen Projekten“, sagte Leitner. Im zweiten Quartal sei der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 40 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zurückgegangen. Das führte Leitner aber nicht auf eine geringere Nachfrage zurück, sondern auf einen Großauftrag im Vorjahreszeitraum. Per Ende Juni standen insgesamt Aufträge über knapp sieben Milliarden Euro in den Büchern der Steirer.

Weiterhin robust sei die Nachfrage in der Papierindustrie. Dort hätten Kunden signalisiert, bis Mitte kommenden Jahres weitere Großprojekte zu vergeben. „Wir haben keinen Grund, an diesen Aussagen zu zweifeln“, sagte Leitner. Auch der finnische Konkurrent Metso geht nach einem Gewinnzuwachs im zweiten Quartal für das Gesamtjahr von steigenden Umsätzen und Ergebnissen aus.

Bei Andritz gab es in den drei Monaten von April bis Juni noch keine Bremsspuren. Der operative Gewinn (Ebita) stieg dank der robusten Nachfrage aus Schwellenländern um ein Zehntel auf 83,1 Millionen Euro. Analysten hatten dem Unternehmen jedoch noch mehr zugetraut. An der Börse verlor die Aktie daraufhin am Dienstag knapp drei Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn liegt das Papier damit aber immer noch 38 Prozent im Plus.

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