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30.04.2015

16:52 Uhr

Industriegase

Dollar und Medizintechnik helfen Linde

Linde steigert seinen Umsatz, obwohl Industriegase weniger nachgefragt werden. Zu verdanken hat das der Konzern vor allem dem schwachen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet Linde mit weiter wachsenden Einnahmen.

Positive Währungseffekte kompensieren bei Linde die Nachfrageflaute. dpa

Quartalszahlen Linde

Positive Währungseffekte kompensieren bei Linde die Nachfrageflaute.

MünchenDer schwache Euro und die florierende Medizinsparte trösten den Industriegasekonzern Linde über die verhaltene Nachfrage zu Jahresbeginn im übrigen Geschäft hinweg. „Die Industrieproduktion ist in einigen Regionen der Welt in den ersten Monaten des Jahres deutlich geringer ausgefallen als wir erwartet haben. Die positiven Währungskurseffekte haben dies aber insgesamt deutlich überkompensiert“, erklärte Vorstandschef Wolfgang Büchele.

Der Umsatz kletterte binnen Jahresfrist um fast neun Prozent auf knapp 4,4 Milliarden Euro, wie die Münchner am Donnerstag mitteilten. Der Betriebsgewinn stieg im gleichen Umfang auf gut eine Milliarde Euro. Der Überschuss nahm indes nur leicht auf 300 Millionen Euro zu.

Der Anlagenbau der Traditionsfirma kämpft mit einer mauen Auftragslage. "Im Großanlagenbau sehen wir das erwartete zurückhaltende Investitionsklima aufgrund des niedrigen Ölpreises", sagte Büchele. Der Quartalsumsatz schrumpfte um rund fünf Prozent auf 668 Millionen Euro. Die Ölförderunternehmen halten derzeit ihr Geld zusammen, was den Ausrüstern immer stärker zusetzt. Am Mittwoch hatte etwa der Schweizer ABB -Konzern angekündigt, wegen der trüben Aussichten in diesem Bereich Stellen zu streichen.

Im dominierenden Gase-Segment von Linde legte der Umsatz hingegen um knapp ein Zehntel auf fast 3,7 Milliarden Euro zu. Trotz des überraschend starken Zuwachses hielt Linde-Chef Büchele an seiner Jahresprognose fest, wonach sein Haus 2015 bis zu 19 Milliarden Euro einnehmen und einen operativen Gewinn von bis zu 4,3 Milliarden Euro einfahren wird. „Das derzeitige Marktumfeld ist von der verhaltenen Entwicklung der Industrieproduktion und von der Zurückhaltung bei Großprojekten geprägt“, erklärte er. „Um Lindes starke Wettbewerbsposition auf dem Weltmarkt in diesem Umfeld weiter auszubauen, richten wir unsere Organisation noch stärker als bislang auf profitables Wachstum aus.“

Grund zum Optimismus liefert das in den vergangenen Jahren zusammengekaufte Geschäft mit Medizintechnik und -gasen. Die Einnahmen daraus blieben im gesamten Jahr auf einem hohen Niveau, sagte Finanzchef Georg Denoke in einer Telefonkonferenz. Das Segment hatte das gesamte Gase-Geschäft zum Jahresauftakt beflügelt und verdient sein Geld vorwiegend in Nordamerika. Den Anlegern gefielen die Aussichten. Die Linde-Aktie legte im Dax zeitweise um 2,6 Prozent zu.

Von

rtr

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