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25.04.2018

13:50 Uhr

Industriegase-Fusion

Linde und Praxair kündigen Squeeze-Out an

VonAxel Höpner

Linde und Praxair wollen nach ihrer Fusion die verbliebenen Linde-Minderheitsaktionäre abfinden. Die deutsche Linde AG soll von der Börse verschwinden.

Der Dax-Konzern will sich mit dem US-Konkurrenten Praxair zusammenschließen. dpa

Linde

Der Dax-Konzern will sich mit dem US-Konkurrenten Praxair zusammenschließen.

MünchenDer Abschied von der alten Linde AG rückt näher. Das Münchener Traditionsunternehmen kündigte einen Squeeze-Out nach der Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair an. Die verbliebenen Aktionäre, die das Fusionsangebot nicht angenommen hatten, sollen also aus dem Unternehmen gedrängt werden. Dieser Schritt war erwartet worden.

Linde und Praxair wollen in der zweiten Jahreshälfte zum weltgrößten Gasekonzern fusionieren. Rund 92 Prozent der Linde-Aktionäre nahmen das Angebot an und tauschten ihre Aktien in Anteilsscheine der neuen Linde plc mit Sitz in Irland. Wenn die Börsenregularien erfüllt werden können, soll diese neue Holding auch im Dax notiert sein.

Linde und Praxair beschlossen nun, dass die Linde AG mit einer Zwischengesellschaft – der Linde Intermediate Holding AG – „zum Zwecke der Vereinfachung der künftigen Konzernstruktur“ verschmolzen werden soll. Im Zuge dieser Transaktion sollen die verbliebenen Aktionäre zwangsabgefunden werden. Sie sollen eine „angemessene Barabfindung“ erhalten, wie es das Aktiengesetz vorsieht.

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Linde kann vor der Fusion mit Praxair mehr Gewinn vermelden. Nur die volatilen Wechselkurse machen den Münchenern weiter zu schaffen.

Wenn die Aktionäre der Linde AG am kommenden Donnerstag in München zusammenkommen, wird es aber noch nicht das letzte Aktionärstreffen sein. Eine außerordentliche Versammlung muss noch den Squeeze-Out beschließen.

Doch bis dahin muss Linde ohnehin erst einmal die Hausaufgaben machen. Wichtige Kartellbehörden prüfen die geplante Fusion noch. Klar ist, dass es Auflagen geben wird. Linde und Praxair werden sich wegen ihrer großen, fusionierten Marktmacht von Teilen des Geschäfts trennen müssen. Daher laufen derzeit Gespräche mit den Kartellbehörden und potenziellen Käufern.

In Industriekreisen wird weiter nicht damit gerechnet, dass die Fusion am Widerstand der Kartellwächter scheitert. „Linde und Praxair gehen weiterhin davon aus, nach dem rechtzeitigen Erhalt aller erforderlichen Genehmigungen den Unternehmenszusammenschluss in der zweiten Jahreshälfte 2018 vollziehen zu können“, hieß es am Mittwoch.

Linde geht in guter Form in die Fusion. Zwar leidet das Unternehmen unter dem starken Euro. Doch stieg der Umsatz bereinigt um Währungseffekte im ersten Quartal um 1,4 Prozent auf 4,04 Milliarden Euro. Der operative Gewinn legte vergleichbar um 12 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro zu.

Im Kerngeschäft mit Industriegasen erreichte Linde eine operative Umsatzrendite von 30,7 Prozent. Damit dürften die Münchener langsam ähnlich profitabel sein wie Fusionspartner Praxair, der lange als profitabler galt.

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