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30.07.2012

14:19 Uhr

Industriegase-Hersteller

Air Liquide kann Gewinn und Umsatz steigern

Der Linde-Rivale Air Liquide hat im ersten Halbjahr dank starker Nachfrage in Nordamerika Gewinn und Umsatz gesteigert. Trotz Wachstumsrückgang in Europa und Asien hielt das Unternehmen an der Jahresprognose fest.

Air Liquide-Chef Benoit Potier. ap

Air Liquide-Chef Benoit Potier.

ParisEine kräftige Nachfrage aus Nordamerika hat dem französischen Industriegase-Hersteller Air Liquide im ersten Halbjahr einen höheren Gewinn in die Kasse gespült. Durch das starke Geschäft in der Region konnte der Weltmarktführer eine flaue Nachfrage in Europa und Teilen Asiens wettmachen, wie Air Liquide am Montag in Paris mitteilte.

Wie auch der Münchner Rivale Linde bekräftigte Air Liquide seine Geschäftsziele für das Gesamtjahr. Konzernchef Benoit Potier steuert 2012 weiterhin einen Zuwachs beim Nettogewinn an. Die großen US-Konkurrenten Praxair und Air Products hatten dagegen vergangene Woche ihre Jahresprognosen kassiert.

Der in Paris ansässige Konzern Air Liquide, der unter anderem die Stahl - und Elektrobranche mit Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff und Reinstgasen beliefert, erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen Nettogewinn von 790 Millionen Euro - ein Plus von 5,3 Prozent binnen Jahresfrist.

Air Liquide setzte im Zeitraum Januar bis Juni 7,53 Milliarden Euro um und damit 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf bereinigter Basis betrug das Wachstum aber lediglich 2,8 Prozent. An der Börse büßte die Air-Liquide-Aktie zeitweise mehr als ein Prozent ein.

In Nordamerika konnte Air Liquide im ersten Halbjahr von einem niedrigen Erdgaspreis profitieren. Dazu stützte nach den Unruhen des vergangenen Jahres eine wieder erstarkte Nachfrage in Nordafrika und im Nahen Osten das Geschäft. Dagegen schwächte sich die Nachfrage im zweiten Quartal in Asien merklich ab, vor allem in Japan.

In Europa dämpfte die Euroschuldenkrise das Geschäft mit Industriekunden, die zögerlicher bestellten. Die Nachfrage europäischer Stahlproduzenten nach Sauerstoff war eher flau. Die Bestellungen seitens Raffinerien und Chemieunternehmen blieben Air Liquide zufolge aber solide.

Wie Wettbewerber Linde drängt auch Air Liquide mit Zukäufen in den Gesundheitssektor, in dem sich der Konzern im Geschäft mit Medizingasen und entsprechenden Dienstleistungen große Wachstumschancen verspricht. Erst unlängst hatte Air Liquide angekündigt, für rund 330 Millionen Euro den spanischen Anbieter Gasmedi zu erwerben.

Gasmedi beliefert 125.000 Patienten mit Atemgeräten und stellt medizinische Gase für Krankenhäuser her. Zuvor hatten die Franzosen bereits für 316 Millionen Euro den Kauf von 70,49 Prozent der heimischen Firma LVL Medical auf den Weg gebracht. LVL Medical versorgt unter anderem Atemwegskranke zu Hause mit Sauerstoff-Therapien.

Von

rtr

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