Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.08.2013

13:12 Uhr

Industriegeschäft

Schaeffler schraubt Wachstumsziel zurück

Die geringe Nachfrage im Industriegeschäft macht dem Zulieferer Schaeffler zu schaffen. Grund ist die langsame Erholung der Weltwirtschaft und die schwache Konjunkturentwicklung in China.

Der Umsatz des Zulieferers Schaeffler wird weit weniger wachsen, als geplant. Nur die Autosparte legt weiter zu. In der Industrie ist die Nachfrage dagegen sehr verhalten. dpa

Der Umsatz des Zulieferers Schaeffler wird weit weniger wachsen, als geplant. Nur die Autosparte legt weiter zu. In der Industrie ist die Nachfrage dagegen sehr verhalten.

MünchenDie maue Nachfrage aus der Industrie hemmt beim Zulieferer Schaeffler das Wachstum. Im ersten Halbjahr fiel der Umsatz um 0,7 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen aus dem fränkischen Herzogenaurach am Mittwoch mitteilte. Während die Autosparte, die fast drei Viertel der Konzernerlöse erwirtschaftet, kräftig zulegte, brach der Umsatz im Industriegeschäft ein.

Weil dies in der zweiten Jahreshälfte wohl nicht mehr ausgebügelt werden könne, schraubte Schaeffler sein Wachstumsziel für 2013 zurück. Der Umsatz werde nur um ein bis zwei Prozent steigen statt wie bislang erwartet um vier Prozent. Die Erholung der Weltwirtschaft verlaufe schleppend und die Konjunkturentwicklung in China sei schwach, begründete das Unternehmen.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

An seinem Renditeziel für das Gesamtjahr hielt der Konzern fest: Die operative Marge soll rund 13 Prozent betragen. Im ersten Halbjahr ging sie auf 12,9 Prozent zurück. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) schrumpfte um mehr als sieben Prozent auf 724 Millionen Euro. In der Industriesparte halbierte sich das operative Ergebnis fast, die Autosparte wies dagegen ein Plus von 15 Prozent aus. Schaeffler stellt unter anderem Komponenten für Motoren und Getriebe sowie Wälz- und Gleitlager für Schwerindustrie, Windenergietechnik, Produktionsmaschinen oder Schienenfahrzeuge her.

Im Autogeschäft profitieren die Franken im krisengeschüttelten Europa von exportstarken Kunden wie Volkswagen. In den gut laufenden Pkw-Märkten Nordamerika und China zählen zudem Hersteller wie GM oder Ford zu den Abnehmern. Im Industriesektor gingen im zweiten Quartal überraschend wenig Bestellungen aus China ein, wie ein Sprecher erläuterte. Im Juli und August habe sich hier noch keine Trendwende abgezeichnet. Beim Auftragseingang gebe es jedoch Hoffnungsschimmer.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

tree

28.08.2013, 20:24 Uhr

Der Konzern Schaeffler war einst Weltmeister in Sachen Verlagerung. Noch vor der Contiübernahme ging alles Richtung Slowakei, Rumänien, China und Indien - um nur einige weinige zu nennen. Alles mit Unterstützung der Belegschaft aus Detschland damit alles schnell und gut am neuen Standort funktioniert. Nach getaner Arbeit wurde dann gefeuert was das Zeug hält. Natürlich still und heimlich ohne Aufschrei. Heute kämpft der Laden gegen starke Qualitätsschwankungen, Lohnerhöhungen in den Schwellenländern und natürlich gegen die Milliardenschulden aus der bescheuerten Contiübernahme, die nie zustande gekommen ist, aber 18 Milliarden €uro und tausende von Arbeitsplätzen gekostet hat.

Account gelöscht!

29.08.2013, 07:02 Uhr

Danke an den Journalist, endlich mal einer der sagt, warum es egal bei welchem Unternehmen momentan so schwierig ist: "Grund ist die langsame Erholung der Weltwirtschaft und die schwache Konjunkturentwicklung in China." Es ist für niemanden einfach in der heutigen Zeit, auch für Schaeffler nicht, aber in anbetracht, könnte es auch viel schlechter sein. Die Wirtschaft hat in den letzten Monaten gemacht was Sie wollte, so zumindest der Anschein. Laut bericht von Schaeffler steht jedoch, dass Stellen nicht abgehaut wurden, sondern dazu kamen. Trotz der Umstände finde ich, machen die einen guten Job!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×