Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.08.2014

09:18 Uhr

Industriekonzern

RHI macht weniger Gewinn

RHI hat im ersten Halbjahr deutlich weniger verdient. Unter anderem machte ein Teil-Produktionsausfall dem österreichischen Industriekonzern zu schaffen. Der Gewinn bricht ein, der Konzern senkt die Jahresprognose.

RHI hat im ersten Halbjahr einen deutlichen Gewinnrückgang zu verbuchen. dpa

RHI hat im ersten Halbjahr einen deutlichen Gewinnrückgang zu verbuchen.

WienDie Krise in der Ukraine, der Sparkurs großer Bergbaukonzerne und ein maues Südamerika-Geschäft bremsen den österreichischen Industriekonzern RHI. Für das laufende Jahr erwartet der auf feuerfeste Materialien für die Stahl-, Zement- und Glasindustrie spezialisierte Konzern nun Erlöse auf dem Vorjahresniveau von 1,75 Milliarden Euro. Zuvor hatte RHI ein Umsatzplus von drei Prozent in Aussicht gestellt. An der Börse gab die Aktie am Dienstag daraufhin knapp drei Prozent nach.

„Es gibt den einen oder anderen Markt, der nicht so einfach ist für uns“, sagte Finanzvorstand Barbara Potisk-Eibensteiner zu Reuters. Im vergleichsweise kleinen ukrainischen Markt sei das Geschäft mit der Stahlindustrie fast vollständig zum Erliegen gekommen. Zudem könne RHI wegen der im Vergleich zum Euro schwachen brasilianischen Währung und hoher Importzölle nicht mit den Preisen eines südamerikanischen Wettbewerbers mithalten. "Wir sehen in Südamerika, dass wir unser Ziel nicht erreichen können. Da liegen wir doch ein ganzes Stück zurück", sagte Potisk-Eibensteiner.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Darüber hinaus mache RHI der Sparkurs großer Bergbaukonzerne zu schaffen: Weil die Metallpreise infolge der Wirtschaftskrise gesunken sind, investieren sie weniger - auch in feuerfeste Materialen für Schmelzöfen zur Weiterverarbeitung der geförderten Rohstoffe. "Wir werden im zweiten Halbjahr nicht mehr aufholen können, was wir im ersten Halbjahr nicht erreicht haben", sagte Potisk-Eibensteiner.

In der ersten Jahreshälfte sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp vier Prozent auf 839 Millionen Euro, während das um Einmaleffekte bereinigte operative Ergebnis um gut sechs Prozent auf 72 Millionen Euro schrumpfte. Ein Brand in einer Schmelzanlage in Norwegen habe sich im zweiten Quartal zwar mit einigen wenigen Millionen negativ ausgewirkt, sagte die Finanzmanagerin. Allerdings erwarte RHI in den kommenden Monaten einen Ausgleich durch Versicherungszahlungen. Im Gesamtjahr würden die Auswirkungen daher "marginal" sein, sagte Potisk-Eibensteiner.

In dem Werk in der Nähe von Oslo stellt der Konzern seit 2012 Schmelzmagnesia zur Weiterverarbeitung in der Stahl- und Zementindustrie her. Die Kosten waren jedoch auch wegen technischer Probleme aus dem Ruder gelaufen. Im laufenden erwartet RHI Belastungen von 15 bis 20 Millionen Euro. Die operative Rendite soll dennoch auf acht bis neun Prozent steigen, bekräftigte die Firma. Im ersten Halbjahr lag sie bei 8,6 Prozent.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×