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17.09.2012

12:07 Uhr

Industriekonzern

RHI überdenkt Pläne für Werk in Brasilien

Südamerika ist einer der bedeutendsten Märkte für den RHI-Konzern. Doch die Ausbaustrategie der Österreicher kommt ins Stocken. Brasilianische Straf- und Importzölle behindern nun das Millionen-Projekt.

RHI beliefert unter anderem Stahlhersteller mit feuerfesten Schmelzwannen. dpa

RHI beliefert unter anderem Stahlhersteller mit feuerfesten Schmelzwannen.

WienDer österreichische Industriekonzern RHI setzt ein Fragezeichen hinter seine Wachstumspläne in Lateinamerika. Wegen deutlich gestiegener Zölle für Importe aus anderen Kontinenten überdenke RHI seine Pläne für den Bau eines Werkes in Brasilien, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Standort in der Nähe von Rio de Janeiro sollte einen Teil jener Produkte produzieren, die RHI in Lateinamerika verkauft. Allerdings wollten die Österreicher nicht alle Materialien dort produzieren, sondern einen großen Teil auch importieren.

Brasilien habe nun aber die Importzölle auf 35 von zuvor zehn bis 14 Prozent nach oben geschraubt und Einfuhren aus Europa, China und Nordamerika zusätzlich mit Strafzöllen belegt, sagte eine Sprecherin. RHI überlege nun, in welchem Umfang eine Produktion in Brasilien noch sinnvoll sei und schaue sich auch nach lokalen Kapazitäten um.

RHI beliefert Stahl- und Zementhersteller mit feuerfesten Schmelzwannen und Gießpfannen. Zur Produktion der Spezialprodukte benötigt das Unternehmen unter anderem Magnesium und Graphit.

Das Unternehmen hatte angekündigt, in das brasilianische Werk mit 200 Mitarbeitern in einem ersten Schritt 85 Millionen Euro zu investieren. Allerdings habe RHI erst im Frühjahr die Baugenehmigung erhalten und daher bislang nur einen geringen Teil dieser Summe investiert, ergänzte die Sprecherin. Brasilien ist für RHI der größte Markt in Südamerika - und gleichzeitig der Heimatmarkt des wichtigsten Konkurrenten Magnesita.

Eine Entscheidung über den geplanten Werksbau werde rasch fallen, erklärte RHI. „Wir halten an Brasilien und ganz Südamerika als wichtigen Teil unserer Wachstumsstrategie kompromisslos fest und werden mit unserem Team in Brasilien weiterhin unsere Marktanteile ausbauen“, sagte RHI-Chef Franz Struzl.

Von

rtr

Kommentare (1)

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janzvolens

24.09.2012, 21:12 Uhr

Der "Zoll" richtet sich gegen die USA und Eu wegen deren "quantitative easing" - welches die Praesidentin Dilma Rousseff (studierte Volkswirtschaftlerin) als "finanzieller Tsunami" bezeichnet, - und gegen China wegen bestaendiger Unterbewertung des Renminbi/Yuan.

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