Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.09.2013

09:54 Uhr

Industriekonzern

RHI will für 2013 stabile Dividende zahlen

2013 ist die Talsohle in der Stahlindustrie wohl erreicht. Daher hält RHI aus Österreich an seinen kurz- und langfristigen Zielen fest. Das Wachstum soll vor allem aus den Schwellenländern kommen.

Bis 2020 sollen die Umsatzerlöse bei RHI auf drei Milliarden Euro steigen dpa

Bis 2020 sollen die Umsatzerlöse bei RHI auf drei Milliarden Euro steigen

LeobenDer österreichische Industriekonzerns RHI stellt seinen Aktionären trotz des weiter schwierigen Umfelds für das laufende Jahr eine stabile Dividende in Aussicht. „Es gibt natürlich noch keine Beschlüsse, aber ich gehe davon aus, dass die Dividende dort bleibt, wo sie jetzt ist“, sagte Firmenchef Franz Struzl am Montagnachmittag. Für 2012 hatte der Hersteller von feuerfesten Schmelzwannen und Gießpfannen für die Stahl- und Zementindustrie 75 Cent je Aktie ausgeschüttet. Auch für die kommenden Jahre sei mit einer konstanten Gewinnausschüttung zu rechnen, sagte Finanzchefin Barbara Potisk-Eibensteiner.

2013 werde kein „Jubeljahr“, da die Probleme in der kriselnden Stahlindustrie nicht überwunden seien, sagte Struzl. „Ich bin nicht pessimistisch, aber den ganz großen Aufschwung sehe ich nicht.“ Der Boden sei aber wohl erreicht, fügte er hinzu. Vor allem die Überkapazitäten in China seien ein Problem für die Branche: „Solange die Überkapazitäten nicht abgebaut sind, wird es unruhig bleiben“, sagte Struzl. Nach der Schließung des Werks in Duisburg seien zumindest in Österreich und Deutschland in den nächsten Jahren keine weiteren Schritte in dieser Richtung geplant. Er könne aber nicht ausschließen, dass noch ein kleineres der weltweit 34 Werke zugemacht werden müsse.

RHI hält an Zielen fest

An seinen kurz- und langfristigen Plänen hält der Konzern fest. Das Ziel, im laufenden Jahr eine stabile operative Ergebnis-Marge von neun Prozent zu erreichen, bezeichnete Struzl jedoch erneut als „extrem herausfordernd“. „Das ist sehr schwer zu erreichen“, räumte er ein. Die operative Geschäftsentwicklung werde im laufenden Jahr von negativen Wechselkurseffekten beim brasilianischen Real und der indischen Rupie belastet. Zudem gab es technische Pannen bei einer neuen Schmelzanlage in Norwegen. „Wir haben dort sechs bis neun Monate Verspätung in der Hochfahrphase, das macht uns zu schaffen“, sagte Struzl. Die Probleme in Norwegen seien nun gelöst. Wegen eines Einmaleffektes aus dem Ende eines Insolvenzverfahrens in den USA werde die Ebit-Marge aber deutlich über dem Vorjahr von 9,1 Prozent liegen, bekräftigte Struzl. Der Umsatz soll das Vorjahresniveau von 1,8 Milliarden Euro erreichen.

Bis 2020 sollen die Umsatzerlöse auf drei Milliarden Euro steigen. „Das erfordert ein jährliches Wachstum von sechs Prozent“, sagte Struzl. Der Firmenchef verwies dabei auf die vergangenen zehn Jahre, in denen das durchschnittliche jährliche Wachstum bei 6,6 Prozent lag. „Warum sollten wir das in den kommenden Jahren nicht auch erreichen?“, gab sich Struzl zuversichtlich. Die Rentabilität (Ebit-Marge) soll bis 2020 auf mindestens zwölf Prozent erhöht werden.

Das künftige Wachstum erwartet der RHI-Chef vor allem außerhalb Europas. So sei etwa in den Schwellenländern mit einer kräftigten Nachfrage nach Feuerfestprodukten zu rechnen. Der Umsatzanteil der aufstrebenden Länder wie etwa Indien soll daher bis 2020 auf 70 Prozent von zuletzt 56 Prozent klettern.

Wachstum soll dabei aber auch von kleineren Zukäufen kommen, für die RHI 130 bis 140 Millionen Euro zur Verfügung habe. Bei dem geplanten Umsatz von drei Milliarden Euro im Jahr 2020 könnten 350 bis 400 Millionen Euro durch Akquisitionen kommen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×