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25.07.2012

16:20 Uhr

Industriekonzern

Siemens bangt um Jahresprognose

VonAxel Höpner

Die schwache Konjunktur belastet Deutschlands größten Konzern Siemens. Peter Löscher will dennoch die angestrebte Jahresprognose erreichen. Die Krise in Südeuropa könnte ihm aber einen Strich durch die Rechnung machen.

Siemens-Chef Löscher hadert mit dem Geschäft in Südeuropa. dapd

Siemens-Chef Löscher hadert mit dem Geschäft in Südeuropa.

MünchenPeter Löscher hat in Spanien für einen kleinen Aufruhr gesorgt. Der Siemens-Chef traf sich zu einem vertraulichen Gespräch mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Der Regierungschef verpasste dadurch eine wichtige Parlamentssitzung - dadurch wurde das geheime Treffen bekannt, was für Aufregung bei der spanischen Opposition sorgte.

Dass sich Löscher ein Bild von der Situation in Spanien macht, hat nicht primär persönliche Gründe - der Siemens-Chef ist mit einer Spanierin verheiratet. Er weiß vielmehr, dass die Entwicklung in den südeuropäischen Krisenstaaten darüber mitentscheidet, ob der Siemens-Konzern seine Ziele erreichen kann.

Zwischenbilanz der Ära Löscher

Siemens 2007 und 2011 in Zahlen

Was hat Peter Löscher als Siemens-Vorstandschef bisher erreicht? Die wichtigsten Zahlen aus den Geschäftsberichten 2007 und 2011 im Vergleich.

Umsatz

Umsatz des gesamten Konzerns 2007: 72,5 Milliarden Euro

2011: 73,5 Milliarden Euro

Umsatz in Asien

Erlöse in Asien 2007: 10,9 Milliarden Euro

2011: 14,4 Milliarden Euro

Gewinn nach Steuern:

2007: 4,0 Milliarden Euro

2011: 6,3 Milliarden Euro

Dividende

Dividende je Aktie 2007: 1,60 Euro

2011: 3,00 Euro

Aktienkurs

Aktienkurs 2007 (Jahresdurchschnitt): 96,42 Euro

2011: 68,12 Euro

Börsenwert

Unternehmenswert an der Börse 2007: 88 Milliarden Euro

2011: 59,5 Milliarden Euro

Mitarbeiterzahl

Mitarbeiter im Siemenskonzern insgesamt 2007: 471.000

2011: 402.000

Hauptaktionäre

Hauptaktionäre 2011: Die Familie von Siemens hält sechs Prozent, der US-Vermögensverwalter Blackrock fünf Prozent.

Wie schwierig die Geschäfte geworden sind, wird sich am Donnerstag zeigen, wenn Löscher die Quartalszahlen vorlegt. Zu den hausgemachten Problemen vor allem bei der Anbindung von Off-Shore-Windparks an das Stromnetz kommen andere Probleme hinzu. Auch Rivale General Electric bezeichnete das wirtschaftliche Umfeld in Europa als herausfordernd.

Nach Informationen des Handelsblatts aus Industriekreisen wird Löscher zwar die bereits nach unten korrigierte Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr nicht ganz einkassieren. Doch ist die von Siemens erhoffte Erholung ausgeblieben. Mit den Auftragseingängen ging es im abgelaufenen Quartal deutlich nach unten.

Löschers gerade begonnene zweite Amtszeit wird zunehmend zur Bewährungsprobe für den Österreicher, der es als erster Externer in der Konzerngeschichte an die Spitze des Traditionsunternehmens geschafft hat. Er will nun zeigen, dass er den Technologiekonzern auch in stürmischen Zeiten auf Kurs halten kann. In seinen ersten fünf Jahren war ihm ja viel gelungen: die Aufarbeitung des Schmiergeldskandals, der Konzernumbau, die Verbesserung der Margen, das neue, grüne Image.

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