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06.10.2014

11:34 Uhr

Infiniti und Jaguar

Wildern in fremdem Revier

VonLukas Bay

Audi, BMW und Mercedes beherrschen den europäischen Premiummarkt. Nun fordern Jaguar und Infiniti die drei Deutschen in ganz neuen Segmenten heraus – wieder einmal.

Der Jaguar XE: ein Schmuckstück auf der Automesse in Paris. Gleichzeitig: ein Angreifer der Marke Jaguar. AFP

Der Jaguar XE: ein Schmuckstück auf der Automesse in Paris. Gleichzeitig: ein Angreifer der Marke Jaguar.

ParisMan kann Roland Krüger durchaus unterstellen, das Abenteuer zu suchen. Als erster Deutscher überhaupt lief der damalige BMW-Manager Ende 2012 alleine auf Skiern bis zum Südpol. Möglich, dass sein neustes Abenteuer noch ein wenig schwerer zu bewältigen sein wird: Als neuer Chef von Infiniti soll der Deutsche der Nissan-Premiumtochter in Europa zum Durchbruch verhelfen.

Denn auch sechs Jahre nach dem Einstieg der Japaner in den europäischen Markt, findet man ihre Modelle in Europa nur ganz weit unten in der Zulassungsstatistik. Gerade einmal rund 2.500 Autos hat  Infiniti im Jahr 2013 in Europa verkauft –der VW-Konzern verkauft viermal so viele Fahrzeuge am Tag.

Das liegt vor allem am sehr dünnen Händlernetz der Japaner. Gerade einmal 66 Händler verkaufen Infiniti europaweit – durchaus ausbaufähig. Bei den Modellen hat man dagegen nachgelegt. Hauptursache für das weltweite Wachstum ist der Q50, der im Segment der Mercedes C-Klasse, dem Audi A4 oder dem 3er BMW wildert. „Er hat unsere Erwartungen absolut erfüllt“, sagt Infiniti Europa-Chef François Goupil de Bouillé im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Infiniti-Europachef: „Europa ist der größte Premiummarkt“

Infiniti-Europachef

„Europa ist der größte Premiummarkt“

François Goupil de Bouillé will die Marke Infiniti in Europa ausbauen. Wie ihm dieses Vorhaben mit bisher 6.000 verkauften Modellen gelingen will, erzählt er im Interview mit Handelsblatt Online.

Erstmals hatten die Japaner auch einen Diesel an Bord, was das Auto auch als Dienstwagen interessant macht. Mit dem Q30 hat man in Europa auch schon am unteren Ende der Produktpalette aufgerüstet. Nun schielt man nach ganz oben, um Audi, BMW und Mercedes herauszufordern.

Mit dem Q80 Inspiration, einem futuristischen Konzept, zeigen die Japaner in Paris erstmals, wie ein Oberklassemodell von Infiniti aussehen könnte. „Wir wollen die etablierten Anbieter mit dem Q80 schon herausfordern“, sagt de Boullié. In ungefähr vier Jahren wolle man das Konzept serienreif machen. Entworfen wurde der Q80 in enger Abstimmung der Designstudios in London und Honkong – die Nähe zu Europa ist bewusst gewählt. Auch wenn der Markt insgesamt stagniert, ist es immer noch der größte Premiummarkt der Welt.

Hier soll der Q80 für Aufsehen sorgen und so das Design und die Technologie von Infiniti bekannter machen. Denn auch daran krankt die Marke.

Obwohl Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel seine Siege jahrelang mit dem Infinti-Logo auf der Brust einfährt, ist der Bekanntheitsgraf der Japaner noch marginale. Und ausgerechnet die wichtigste Werbefigur wird Infiniti nach dem Ende der Rennsaison auch von der Stange gehen. Der Deutsche will zur kommenden Saison den Rennstall wechseln.

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