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26.01.2007

09:30 Uhr

Info-Print

IBM verkauft seine Druckersparte an Ricoh

Der japanische Büromaschinenhersteller Ricoh kauft die Sparte für professionelle Computerdrucker des amerikanischen Computerveteranen IBM. Ricoh wird die Drucker weiter unter der Marke Info-Print anbieten.

IBM-Chef Palmisano trennt sich konsequent von seinen Hardwaresparten.

IBM-Chef Palmisano trennt sich konsequent von seinen Hardwaresparten.

fmk TOKIO. Ricoh und IBM gaben bekannt, ein Gemeinschaftsunternehmen für Produktionsdrucker zu gründen. Es ist identisch mit der Sparte Printing Systems von IBM. In den kommenden drei Jahren will Ricoh die Anteile dann nach und nach ganz aufkaufen.

„IBM und Ricoh unterhalten bereits seit vielen Jahren eine gute Geschäftsbeziehung, und so stellt diese Vereinbarung eine logische Konsequenz dar“, sagt IBM-Chef Samuel Palmisano. Ricoh wird die Drucker weiter unter der Marke Info-Print anbieten. Die Zentrale des Unternehmens liegt weiter in Boulder im US-Bundesstatt Colorado. Die 1 200 Mitarbeiter bleiben inklusive ihres Chefs vorerst dabei.

Der Kauf kostet Ricoh 725 Mill. Dollar (542 Mill. Euro). Ricoh erhält damit die weltweit größte Produktion von digitalen Backbone-Druckern, schnellen und robusten Geräten, die beispielsweise Hunderttausende von Rechnungen für Großunternehmen ausdrucken können. Auch Dienstleistung und Wartung für die Maschinen werden an Ricoh gehen. Die Hersteller machen ihr Hauptgeschäft mit Toner und anderen Verbrauchsgütern für die Profidrucker. Experten schätzen, dass der Markt für die Geräte und die Dienstleistungen im Jahr 2009 über 30 Mrd. Dollar groß sein wird.

Analysten begrüßen die Transaktion. „Der Zukauf würde nicht nur Ricohs Gewinn stärken, sondern auch gut sein für das Geschäft mit ProfiLösungen, auf das sich das Management zuletzt konzentriert hat“, sagt Yoshikazu Higurashi von der Deutschen Bank Tokio. Der Kurs der Ricoh-Aktie stieg gestern an der Börse Tokio um 4,4 Prozent.

Hauptprodukte von Ricoh sind Kopierer, Drucker, Faxgeräte, DVDs und Digitalkameras. 2004 hat das Unternehmen bereits die Druckersparte des einheimischen Wettbewerbers Hitachi übernommen. Zusammen mit dem neuen Kauf überrunden die Japaner auch den US-Anbieter Xerox. Der Anteil des Auslandsumsatzes stieg bei Ricoh von 30 Prozent in den 90er-Jahren auf rund die Hälfte. Konkurrent Canon liegt jedoch beim Gesamtumsatz mit Büromaschinen noch vorn.

IBM andererseits stößt seine Hardwaresparten ab. 1991 gliederte des Unternehmen die Herstellung von Druckern für den Heimbedarf unter der Marke Lexmark aus, 2003 ging die Festplattenproduktion an den japanischen Anbieter Hitachi, 2005 kaufte die chinesische Lenovo-Gruppe die IBM-Heimcomputer. Der Umsatz der nun in das Gemeinschaftsunternehmen eingebrachten Sparte mit Profidruckern liegt Schätzungen zufolge bei einer Mrd. Dollar, das entspricht einem Prozent des IBM-Umsatzes. Der Konzern konzentriert sich auf Netzwerke und Dienstleistungen.

„Diese Vereinbarung hat entscheidende Bedeutung für Ricoh und unterstützt unsere Bemühungen, bei Drucksystemlösungen ein weltweit führender Anbieter zu werden“, sagte der Präsident von Rico, Masamitsu Sakurai. IBM hingegen will die Produktionsdrucker der Marke Info-Print auch weiter als Teil von Gesamtkonzepten anbieten.

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