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10.05.2012

11:07 Uhr

Innovativster Autokonzern

Volkswagen spürt den Atem von BMW

VonCarsten Herz

Die Wolfsburger bleiben die innovativste Automarke. Aber die Konkurrenz aus Bayern rückt näher - besonders im Bereich Sicherheitssysteme.

BMW rückt im Ranking auf Platz 2 vor. dapd

BMW rückt im Ranking auf Platz 2 vor.

FrankfurtVW-Boss Martin Winterkorn wird es nicht nur mit Freude hören. Der Wolfsburger Hersteller bleibt zwar der innovativste Autokonzern der Welt - aber sein Vorsprung ist kleiner geworden. Nach einer gestern vorgestellten Studie des Center of Automotive Management (CAM) und der Wirtschaftsberatung Pricewaterhouse-Coopers (PwC) setzte sich der VW-Konzern erneut als innovationsstärkster Autokonzern der Welt durch, doch BMW rückt näher. Die Bayern schoben sich als Konzern auf Platz zwei noch vor Daimler und in der Markenwertung sogar vor Mercedes auf Rang eins. Die VW-Tochter Audi, die mit dem Slogan „Vorsprung durch Technik“ wirbt, erreichte dagegen als Marke nur Platz acht.

Die Wettbewerber rücken damit wieder enger an den Wolfsburger Mehrmarkenkonzern heran. „Auch wenn der Volkswagenkonzern gewonnen hat, so liegen doch BMW und Daimler sehr dicht dahinter“, sagte CAM-Institutsleiter Stefan Bratzel. „Die dann folgenden Hersteller haben allerdings deutlichen Abstand.“

Für Audi ist der Platz im Markenvergleich noch hinter dem koreanischen Hersteller Hyundai ein Rückschlag. Auch VW-Patriarch Ferdinand Piëch und VW-Boss Winterkorn scheinen mit der Entwicklung der Nobeltochter nicht vollständig zufrieden zu sein. So sickerte jüngst durch, dass der Konzern den Vorstand von Audi erneut umbauen werde.

BMW kann sich dagegen in der neuen Studie deutlich verbessern. In den Kategorien „Sicherheitssysteme“ und „vernetztes Fahrzeug“ erhalten die Bayern Bestnoten. Bratzel hob die Entwicklung eines Glättesensors hervor, der vereiste oder verschmierte Fahrbahnabschnitte frühzeitig erkennt und die Informationen an Fahrer und elektronische Assistenzsysteme weiterleitet.

Die Branchenstudie erfasst technische Neuerungen in Serienautos, Vorserienmodellen und Konzeptstudien und bewertet diese nach dem Nutzen für die Kunden. Mit 955 technischen Neuerungen weltweit verzeichnete die Studie dabei ein neues Rekordniveau.

„Die deutschen Konzerne haben ihre Position im Vergleich zum Wettbewerb noch ausgebaut“, betonte Bratzel. Doch auch wichtige ausländische Konkurrenten holen wieder auf. Nachdem der japanische Autobauer Toyota zuletzt zu den Absteigern zählte, sprangen die Japaner nun wieder von Platz elf auf Rang vier unter den innovativsten Marken. Bei alternativen Antrieben sieht die Studie die Japaner nach wie vor vorn.

Der koreanische VW-Rivale Hyundai blieb dagegen im Markenvergleich auf Platz sieben. Wie nah die Koreaner der Konkurrenz dennoch gerückt sind, zeigt ein Blick auf Innovationen bei Benzin- und Dieselmotoren: Dort liegt Hyundai bereits auf Rang vier - nur knapp geschlagen von VW, BMW und Daimler.

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