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29.10.2012

09:02 Uhr

Inselstreit mit China

Honda kappt seine Gewinnprognose

Der japanische Autobauer kürzt seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr um ein Fünftel. Der Inselstreit zwischen Japan und China ließ den Absatz von Honda im Reich der Mitte drastisch einbrechen.

Autofabrik von Honda in China: Der Absatz japanischer Autos in China bricht ein. dapd

Autofabrik von Honda in China: Der Absatz japanischer Autos in China bricht ein.

TokioDer Inselstreit zwischen China und Japan macht Honda eine Strich durch die Gewinnrechnung. Der japanische Autobauer kappte am Montag sein Prognose für das Nettoergebnis in dem bis Ende März laufenden Geschäftsjahr um ein Fünftel auf umgerechnet 3,6 Milliarden Euro (375 Milliarden Yen). Allein im September sei der Absatz im China-Geschäft um rund 40 Prozent eingebrochen.

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Experten gehen davon aus, dass auch andere japanische Autobauer wie Toyota und Nissan bei der Vorlage ihrer Quartalsbilanz in der kommenden Woche ihre Prognosen senken werden. Aus Verärgerung über das Verhalten Japans im Streit um Inseln im ostchinesischen Meer boykottieren die Chinesen seit Mitte September zahlreiche japanische Waren.

Im zweiten Geschäftsquartal von Juli bis September konnte Honda seinen Gewinn um 36 Prozent auf rund 800 Millionen Euro (82,2 Milliarden Yen) steigern. Allerdings blieb der Konzern damit trotz des kräftigen Zuwachses hinter den Erwartungen von Experten zurück, die eine stärkere Aufholjagd nach den Einbußen im vergangenen Jahr in Folge der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan erwartet hatten.

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Angesichts des starken Yen und der China-Krise musste Honda seine globale Absatzprognose für das gesamte Geschäftsjahr um 180.000 auf 4,12 Millionen Autos nach unten korrigieren. In China rechnet der Autokonzern für den Zeitraum Januar bis Dezember jetzt nur noch mit 620.000 verkauften Autos statt der angepeilten 750.000.

Die Aktie von Honda gab mehr als vier Prozent nach. Die Papiere von Toyota verloren über ein Prozent. Die Titel von Nissan fielen um gut zwei Prozent.

Die größten Autohersteller in China

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: 2. Quartal 2012)

Platz 10

BMW - 79.000 verkaufte Fahrzeuge

China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz im zweiten Quartal um satte 25 Prozent zulegen.

Platz 9

Peugeot-Citroën - 100.000 verkaufte Fahrzeuge

Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen - wenn auch schwächer als die Konkurrenz. Der Absatz legt um neun Prozent zu.

Platz 8

Kia- 120.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 26 Prozent gehören sie zu den erfolgreichsten Volumenherstellern in China.

Platz 7

Ford - 156.000 verkaufte Fahrzeuge

Ein fünftel des Absatzes machen die US-Amerikaner in China. Im Jahresvergleich legten die Verkäufe im Reich der Mitte um 16 Prozent zu.

Platz 6

Honda - 179.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner sind der wachstumsstärkste Hersteller im Ranking. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um satte 69 Prozent. Die Folgen der Flutkatastrophe scheinen überwunden zu sein.

Platz 5

Hyundai - 188.000 verkaufte Fahrzeuge

Wesentlich schwächer läuft das Geschäft dagegen für die koreanische Konkurrenz. Während Hyundai weltweit stark wächst, legten die Verkäufe in China im Jahresvergleich nur um vier Prozent zu.

Platz 4

Toyota - 231.000 verkaufte Fahrzeuge

Das Ziel ist klar: Der weltgrößte Autohersteller der Welt will auch im chinesischen Markt zurück auf die Spitzenplätze. Dem eigenen Anspruch wird Toyota mit einem Wachstum von 57 Prozent im zweiten Quartal fast schon wieder gerecht.

Platz 3

Nissan - 344.000 verkaufte Fahrzeuge

Doch im chinesischen Markt ist ein japanischer Konkurrent sogar noch stärker als Toyota. Weil das Wachstum mit 16 Prozent im Verhältnis schwächer ausfällt, schrumpft der Vorsprung.

Platz 2

Volkswagen - 666.000 verkaufte Fahrzeuge

Für keinen deutschen Hersteller ist der chinesische Markt wichtiger als für VW. Fast ein Drittel der Autoproduktion wird in China verkauft. Mit einem Wachstum von 19 Prozent blasen die Wolfsburger zum Angriff auf die Spitze.

Platz 1

General Motors - 672.000 verkaufte Fahrzeuge

Doch die Spitzenposition in China können immer noch die US-Amerikaner verteidigen - wenn auch knapp. Mit einem Wachstum von 14 Prozent bleibt der Konzern in China führend.

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