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29.01.2007

14:58 Uhr

Inside: Conergy

Auf Sonne angewiesen

VonW. Gillmann

Was bislang als Vorteil angepriesen wurde, hat sich für das Hamburger Solarunternehmen Conergy als Bumerang erwiesen: Der Konzern minimiert die Kosten durch einen weitgehenden Vezicht auf eigene Produktion, ist aber dadurch von Zulieferungen abhängig. Gerade durch den aktuellen Boom kann dies zum Problem werden.

DÜSSELDORF. Die Anbieter von Solaranlagen stehen immer häufiger im Regen. Das scheinbar unbegrenzte Wachstum und steil steigende Aktienkurse sind nicht mehr garantiert, Rückschläge häufen sich. Das hat jetzt auch die Hamburger Conergy erfahren. Umsatz und Gewinn sind im Jahr 2006 geringer ausgefallen als geplant, die selbst gesteckten Ziele wurden klar verfehlt, musste der Vorstand vor zwei Wochen einräumen.

Die Quittung kam prompt: Der Aktienkurs des mit 750 Millionen Euro Umsatz wohl größten Solarunternehmens Europas brach an einem Tag um zehn Prozent ein, Analysten reagierten verstimmt. Der Conergy-Vorstand beeilte sich, den Rückschlag mit verzögerten Lieferungen bei Solarmodulen und Windrädern zu erklären. Die Projekte würden nur ein Quartal später verbucht, um damit voll Umsatz und Ergebnis im Jahr 2007 zugute kommen.

Die Verzögerungen zeigen, wie abhängig Conergy von Zulieferungen ist. Das Unternehmen arbeitet bisher fast ohne eigene Produktion und konzentriert sich auf Projektierung und Vertrieb von Anlagen für erneuerbare Energien. Wegen der weltweit hohen Nachfrage können da schon einmal Lieferschwierigkeiten auftreten, wie sich gezeigt hat.

Deshalb ändert Conergy das Geschäftsmodell. Dabei hat der Vorstand den Verzicht auf eigene Produktion – vor allem geringerer Fixkosten – bisher stets als Wettbewerbsvorteil ins Feld geführt. Jetzt soll aus Conergy ein integrierter Solarkonzern werden, ohne allerdings die Bereiche Wind, Solarthermie und Biomasse aufzugeben.

Mit Investitionen von 250 Millionen Euro will Conergy in Frankfurt/Oder eine Fabrik zur integrierten Fertigung von Wafern, Zellen und Modulen für Solarstromanlagen bauen. Der dafür nötige Rohstoff Silizium wird weiter zugekauft. 2008 soll die Anlage mit voller Kapazität laufen. Dann auch hofft Conergy, zum Kreis der weltweit größten Hersteller zu zählen.

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