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12.01.2007

15:08 Uhr

Inside: General Electric

Tradition verpflichtet

VonJoachim Hofer

In jedem Land gibt es ein Unternehmen, an das besonders hohe Ansprüche gestellt werden. In Deutschland ist das Siemens. Wegen seiner langen Geschichte und enormen Größe erwarten Öffentlichkeit, Mitarbeiter und Aktionäre ganz besondere Leistungen von dem Konzern.

MÜNCHEN. Die Ansprüche gelten für die Art und Weise, wie das Unternehmen geführt wird ebenso wie für Umsatz, Gewinn und Aktienkurs. In wenigen Worten: Siemens hat Vorbildfunktion. Auch deshalb hat der jüngste Korruptionsskandal des Konzerns für so viel Aufsehen gesorgt.

Was Siemens in Deutschland, ist General Electric (GE) in den Vereinigten Staaten: das Vorzeigeunternehmen. GE gilt als die Schule der Manager in Amerika schlechthin, als Treiber neuer Technologien und als Unternehmen, das stets hohe Renditen einfährt. Seit 1899 hat GE seinen Anlegern Quartal für Quartal Dividenden ausgeschüttet, und in den letzten 20 Jahren ist die Summe jedes Jahr gestiegen. Und: GE ist das einzige Unternehmen, das im berühmten Dow-Jones-Average vertreten ist, seit dieser 1896 ins Leben gerufen wurde.

Damit diese eindrucksvolle Tradition nicht abreißt, muss sich jeder GE-Chef nach der Decke strecken. Auch Jeffrey Immelt, der den Konzern mit seinen 150 Milliarden Dollar Umsatz seit 2001 führt – als Nachfolger des legendären Jack Welch. In diesen Tagen will sich Immelt von seiner Plastiksparte trennen – immerhin ein Geschäftsfeld von knapp sieben Milliarden Dollar Umsatz. Nicht, dass der Bereich rote Zahlen schriebe, ganz im Gegenteil: GE Plastics verdient immer noch gutes Geld.

Doch es zeichnet sich ab, dass mit dem Geschäft in Zukunft keine großen Sprünge mehr zu machen sind. Zu groß ist der Preisdruck. Will GE aber auch in Zukunft so stark wachsen wie in der Vergangenheit, dann muss der Konzern frühzeitig reagieren, sich von einem solchen Bereich trennen und das Geld in zukunftsträchtigere Sparten stecken. Da zählen dann auch persönliche Befindlichkeiten nicht mehr. Immerhin hat Immelt seine Frau kennen gelernt, als er Verkäufer bei GE Plastics war.

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