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05.01.2007

15:01 Uhr

Inside: Lufthansa

Sparen ist nicht alles

VonE. Krummheuer

Hohe Fixkosten und ein Geschäft, das starken Schwankungen mit kaum kalkulierbaren Risiken unterliegt – bei gängiger Betrachtungsweise spricht aus Anlegersicht nicht eben viel für Lufthansa. Doch die bemerkenswerte Realität sieht anders aus.

DÜSSELDORF. Die Kranich-Airline ist schon seit längerem auf einem Höhenflug, den sie, wie Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber gelegentlich ohne falsche Bescheidenheit verkündet, so bald nicht beenden will. Jüngstes Beispiel: Lufthansa kündigte diese Woche die Einstellung von 3 000 neuen Mitarbeitern an – nachdem sie schon im vergangenen Jahr 2 500 neue Arbeitsplätze geschaffen hatte.

In einer Zeit, in der andere Konzerne noch das Heil im Personalabbau sehen, setzt Deutschlands Airline Nummer 1 ganz klar auf Manpower. Und muss es wohl auch, um die Dienstleistungsqualität bei steigender Nachfrage halten zu können. Fast galoppierende Ertragssteigerungen, ein massiver, natürlich kostspieliger Flotten-Ausbau und die schon länger geäußerte Bereitschaft zu Akquisitionen begleiten die Ankündigung des Personalaufbaus. Der Konzern steht vor erheblichen Investitionen in Menschen, Material und Marktposition.

Was Wunder, dass mancher sonst so kritische Banker geradezu euphorisch wirkt. Lufthansa im Glück des anhaltenden weltweiten Luftfahrtbooms? Das wäre zu kurz gegriffen. Denn der Boom ist begleitet von Überkapazitäten und zusätzlichem Preisdruck durch die Billigflieger. Hinzu kommt das schwer wägbare Risiko der Kerosinpreis-Entwicklung. So ist die boomende Verkehrsnachfrage nur ein Faktor.

Das Glück der Lufthansa ist eher die sichere Hand des Managements, das den Konzern im schwierigen Branchenumfeld meist eher unspektakulär steuert und selbst Milliarden-Altlasten wie die US-Catering-Tochter Sky Chefs zu verkraften weiß. Und der Vergleich mit Wettbewerbern zeigt: Das Gold, das da glänzt, schmückt längst nicht jeden.

Typisch für den Konzern, der 2008 die Ergebnis-Milliarde ansteuert: Auch in den guten Zeiten, selbst in Phasen des Personalaufbaus, hat er nie die Tugend des Sparens aus dem Blick verloren. Mayrhuber formulierte jüngst, mit dem Sparen sei es wie mit dem Zähneputzen – eine tägliche Pflicht. Es ist der Dreiklang aus Wachstum, mehr Effizienz und Abbau von Verlustquellen, der den Kranich so gut fliegen lässt.

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