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04.04.2014

12:44 Uhr

Insider

Eon treibt Verkauf von Spanien-Geschäft voran

Die sonnigen Zeiten im Süden sind für Eon vorbei: Der Energiekonzern treibt Insidern zufolge den Verkauf seines Spanien-Geschäfts voran. Als Interessenten kämen eher Finanzinvestoren in Frage als die großen Versorger.

Die Zentrale von Eon in Essen. Der Energiekonzern ächzt unter Schulden – und zieht Konsequenzen. dpa

Die Zentrale von Eon in Essen. Der Energiekonzern ächzt unter Schulden – und zieht Konsequenzen.

Madrid/Frankfurt,Wenige Jahre nach den milliardenschweren Zukäufen in Südeuropa tritt der Energiekonzern Eon Insidern zufolge wieder den Rückzug an. Der Versorger habe die Citigroup mit dem Verkauf des Spanien-Geschäfts beauftragt, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Als Interessenten kämen Finanzinvestoren wie Contourglobal, Riverstone oder First Reserve in Frage und weniger die großen spanischen Versorger. Analysten haben den Wert des Geschäfts auf 800 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro beziffert. Ein Eon-Sprecher sagte am Freitag, der Versorger überprüfe ständig strategische Optionen für das gesamte Konzernportfolio. Er wollte sich zu dem Spanien-Geschäft aber nicht äußern.

Ein Zeitrahmen für den Verkauf sei nicht festgelegt worden, sagte einer der Insider. Bis zum Abschluss könnten zwölf bis 18 Monate vergehen. Der Preis hänge maßgeblich von den neuen Lieferverträgen der Eon-Kraftwerke ab. Die Citigroup lehnte eine Stellungnahme ab, von den Finanzinvestoren war ebenfalls keine zu erhalten. Reuters hatte bereits im Dezember von den Rückzugsplänen in Spanien erfahren. Auch in Italien könnte Eon die Segel streichen.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Dem Unternehmen macht die Energiewende zu schaffen. Zudem drücken den Konzern rund 32 Milliarden Euro Schulden. Der Energieriese war unter dem früheren Vorstandschef Wulf Bernotat auf Einkaufstour in Südeuropa gegangen, nachdem dieser 2007 den Übernahmekampf um den spanischen Versorger Endesa verloren hatte. Eon kaufte für über zehn Milliarden Euro Geschäfte unter anderem in Spanien, Italien und Frankreich. Die Wirtschafts- und Schuldenkrise hinterließ jedoch auch in den Energiemärkten Südeuropas tiefe Spuren. Eon musste auf die Geschäfte milliardenschwere Abschreibungen vornehmen. Bernotats Nachfolger Johannes Teyssen hat inzwischen Brasilien und die Türkei als neue Wachstumsmärkte ausgemacht. In das Geschäft mit Russland hat Eon ebenfalls Milliardensummen gesteckt.

In Spanien beschäftigt der größte deutsche Energiekonzern rund 1200 Mitarbeiter. Eon betreibt dort Kraftwerke mit einer Leistung von 3,2 Gigawatt und Ökostromanlagen mit 1,1 Gigawatt. In der Stromversorgung ist der Konzern dennoch nur schwach aufgestellt. Eon beliefert rund 688.000 Kunden – ein Bruchteil der mehr als 17 Millionen Haushaltskunden des Landes. Endesa kommt auf einen Marktanteil von 43 Prozent. Weitere große Player sind Iberdrola und Gas Natural Fenosa.

Von

rtr

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