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27.06.2013

16:37 Uhr

Insider

GM könnte bald Macht bei Peugeot übernehmen

Peugeot braucht Geld, viel und dringend. Um der misslichen Lage zu entkommen, würde die Gründerfamilie sogar ihre Macht an GM abgeben, sagen Insider. Erhält GM den Zuschlag, würde sich ein Radikalumbau vollziehen.

Model mit Peugeot 208 GTi in Seuol: Der Konzern handelte bereits eine Staatsgarantie über sieben Milliarden Euro für die Finanz-Tochter aus. dpa

Model mit Peugeot 208 GTi in Seuol: Der Konzern handelte bereits eine Staatsgarantie über sieben Milliarden Euro für die Finanz-Tochter aus.

London/ParisDer angeschlagene Autobauer PSA Peugeot Citroen steht Insidern zufolge möglicherweise vor einem Machtwechsel und der Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine engere Kooperation mit der Opel-Mutter GM. Die Gründerfamilie von Peugeot sei bereit, die Kontrolle über das Unternehmen abzugeben, hieß es am Donnerstag von mit den Vorgängen vertrauten Personen. Dazu wolle der französische Konzern die Gespräche mit General Motors (GM) aus den USA wieder aufnehmen. Die Unternehmen wollten sich nicht dazu äußern.

Einer der Knackpunkte ist den Insidern zufolge die Notwendigkeit einer massiven Finanzspritze für Peugeot. Außerdem dürften radikale Sparpläne bei Opel und Peugeot, auf die es hinauslaufen würde, auf erbitterten Widerstand in der Politik stoßen. Deutschland und Frankreich wollen weitere Werksschließungen und Stellenstreichungen nach Möglichkeit verhindern.

GM und Peugeot leiden angesichts der hartnäckigen Rezession in der Euro-Zone massiv unter den Absatzeinbrüchen im europäischen Auto-Markt. Opel kämpfe wie Peugeot mit Überkapazitäten, für die es keine Käufer gebe, sagte einer der mit den Gesprächen vertrauten Personen. Deswegen würden die Franzosen GM zu überreden versuchen, Opel und Peugeot zu fusionieren. „Die Peugeot-Familie hat jetzt akzeptiert, dass sie die Kontrolle verlieren wird.“

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Die Familie hatte das Unternehmen 1810 als Kaffee-Fabrik gegründet, besitzt heute noch ein Paket von 25,4 Prozent, kontrolliert aber gut 38 Prozent der Stimmrechte. Seit der jüngsten Krise, die vor allem Massen-Hersteller wie eben Peugeot, Citroen oder Opel in Mitleidenschaft zieht, geht es aber auch um die Existenz. Der Markt wird dieses Jahr wohl das sechste Jahr in Folge schrumpfen.

Der Absatz ist auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten. Schuld daran ist vor allem die Rezession in Italien, Spanien und anderen Euro-Krisenländern. Premium-Hersteller wie BMW oder Audi geht es dagegen wesentlich besser, weil sie mit Exporten in die USA und China viel Geld verdienen.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

27.06.2013, 17:06 Uhr

Jeder Automanager, der auch nur im Traum daran denkt, im neben Nordkorea letzten verbliebenen echten sozialistischen Land Frankreich - derzeit auch noch unter einem Betonkopf-Präsidenten Hollande leidend - eine Autofirma zu kaufen, gehört auf der Stelle gefeuert bevor er damit Millarden verfeuern kann. Da können sie ihr mageres Kapital bei Government Motors auch gleich durch den Schornstein jagen.

Beobachter

27.06.2013, 19:05 Uhr

Die entscheidende Botschaft des Verkaufes von Peugeot ist die Tatsache, dass die Eigentümerfamilie dieses Traditionsunternehmens keine Chance mehr sieht, das Unternehmen halten zu können.
Wenn es nicht so bitter wäre, dass wir alle am Ende in Euro-Europa in einem Boot sitzen, könnte man Frankreich und Hollande als Paradebeispiel für die Zerstörungskraft sozialistischer Politik heranführen.
Aber es gibt ja hierzulande einige, die finden, dass es Deutschland noch viel zu gut geht und viel zu vielen in Deutschland viel zu gut geht, d.h. die Zerstörungskraft wird auch hier mit voller Wucht und politischer Absicht für eine ganz tolle, zivilisatorische Leistung gehalten.

HeinzGeyer

27.06.2013, 19:16 Uhr

Also bitte lieber hafnersp - WARUM UEBRIGENS ANONYM? FEHLT DIE ZIVILCOURAGE IM 'DEMOKRATISCHEN' (??) DEUTSCHLAND - Sie wollen doch nicht im Ernst weismachen dass es in D viel anders ist (oder Oesterreich), man profitiert vom zu tiefen Wechselkurs, da laesst sich gut wirtschaften!!

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