Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.09.2012

19:51 Uhr

Insolvente P+S-Werften

Käufersuche stößt auf reges Interesse

Mit Hochdruck sucht Insolvenzverwalter Brinkmann Geld für den Weiterbau der angefangenen Schiffe auf den P+S-Werften in Stralsund und Wolgast. Parallel sucht er einen oder mehrere Käufer für die Schiffbaubetriebe.

Der vorläufige Insolvenzverwalter der P+S-Werften, Berthold Brinkmann. dpa

Der vorläufige Insolvenzverwalter der P+S-Werften, Berthold Brinkmann.

SchwerinDie Suche nach Käufern für die insolventen P+S-Werften in Stralsund und Wolgast kommt in Schwung: 30 potenzielle Investoren haben Interesse bekundet, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann am Dienstag in Schwerin nach der zweiten Sitzung des Gläubigerausschusses sagte. Die Interessenbekundungen stammten je etwa zur Hälfte von strategischen und Finanz-Investoren. 120 Unternehmen waren angeschrieben worden. Brinkmann hofft auf Kaufangebote bis Ende Oktober. Am 1. November soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden.

Parallel laufen Verhandlungen mit Schiffsbestellern zur Neuverhandlung von Aufträgen, wie Brinkmann weiter sagte. Ziel sei es, die Auftraggeber an der Finanzierung ihrer Schiffe zu beteiligen, deren Bau zum Teil schon weit fortgeschritten sei. Der Gläubigerausschuss beauftragte Brinkmann am Dienstag, Verhandlungen mit den Auftraggebern Swedish Coastguard, RAL, DFDS und Coastline zu führen.

Messe Interboot: Bootsbauer treiben in der Flaute

Messe Interboot

Bootsbauer treiben in der Flaute

Die Produktion der deutschen Betriebe ist im ersten Halbjahr um ein Viertel abgesackt.

Vor eineinhalb Wochen hatte die dänische Reederei DFDS ihren Auftrag über den Bau von zwei Spezialfrachtern storniert. Die Arbeiten an den im Rohbau fast fertigen Schiffen wurden daraufhin eingestellt. Brinkmann will die Schiffe aber möglichst fertigstellen lassen, wie er sagte. Deshalb werde auch mit DFDS verhandelt. Weitere Stornierungen gebe es zurzeit nicht.

Zudem arbeitet der Insolvenzverwalter an der Beschaffung eines Massekredits, um weitere Mittel für den Weiterbau von Schiffen zu erhalten. In Rede stehen dabei 80 Millionen Euro aus einem insgesamt 152,4 Millionen Euro umfassenden Rettungspaket von Bund und Land, die nach dem Insolvenzantrag nicht mehr ausgezahlt wurden.

Gespräche bei der EU in Brüssel hätten ergeben, dass eine Auszahlung möglich sei, wenn das Geld ausschließlich dem Fertigbau von Schiffen dient und die Werft danach verkauft wird, sagte Christoph Saur, Abteilungsleiter im Schweriner Wirtschaftsministerium. Ein weiteres Gespräch in Brüssel finde am 11. Oktober statt. Insolvenzverwalter Brinkmann arbeitet unter Zeitdruck: Die Liquidität reiche nach aktuellen Berechnungen bis Ende Oktober, sagte er. Ende Oktober läuft das Insolvenzausfallgeld für die rund 1800 Beschäftigten aus.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×