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02.09.2013

18:16 Uhr

Insolventer Baukonzern

Mehr als die Hälfte der deutschen Alpine-Jobs gerettet

Nach der Pleite des österreichischen Baukonzerns Alpine bleiben mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze in Deutschland erhalten. Teile des Unternehmens werden verkauft, manche Sparten aber abgewickelt.

Die österreichische Alpine Bau GmbH war nach der Strabag Österreichs größter Baukonzern. Reuters

Die österreichische Alpine Bau GmbH war nach der Strabag Österreichs größter Baukonzern.

EchingDie deutsche Tochter der österreichischen Alpine Bau GmbH kann unabhängig von der Pleite des Mutterkonzerns in Teilen weitermachen. Für den Kraftwerksbau und für einige Auslandsprojekte habe man Käufer gefunden, teilte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Montag mit. Dabei würden auch 730 der insgesamt 1250 Mitarbeiter übernommen, den übrigen würden Stellen in einer Transfergesellschaft angeboten, um dort vermittelt oder fortgebildet zu werden. Arbeitslos würden nur Mitarbeiter, die nicht wechseln wollten.

Weitere Sparten fanden aber keine Käufer und werden abgewickelt. Laufende Bauprojekte würden entweder noch abgearbeitet oder seien bereits neu ausgeschrieben worden. Die österreichische Mutter hatte weniger Glück, das Unternehmen musste endgültig aufgeben. Das Aus der Alpine Bau GmbH in Österreich ist allerdings unabhängig von der deutschen Tochterfirma gewesen. Die Alpine Deutschland AG ist eine eigenständige Gesellschaft mit Sitz in Eching bei München.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

„Wir sahen trotz aller Schwierigkeiten die Chance, in Deutschland eine andere Lösung erreichen zu können“, sagte Geiwitz. Dies sei gelungen. Bis wann das zum 1. September vom Amtsgericht Landshut eröffnete Insolvenzverfahren abgeschlossen sein werde, lasse sich nicht absehen. Noch gebe es viele „aufzuarbeitende und klärungsbedürftige Sachverhalte aus der Vergangenheit, die einer eingehenden umfangreichen Überprüfung bedürfen“, sagte der Insolvenzverwalter. Gläubiger könnten nun ihre Forderungen bei ihm anmelden, teilte Geiwitz mit.

Die österreichische Alpine Bau GmbH war nach der Strabag Österreichs größter Baukonzern. Das Unternehmen baute unter anderem die Münchner Allianz-Arena.

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