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08.03.2006

09:12 Uhr

Insolventer Fußbodenhersteller

Rinol wird zerschlagen

Der insolvente schwäbische Fußbodenhersteller Rinol überlebt – allerdings nur in Einzelteilen. Dabei fehlt gerade für das Deutschland-Geschäft noch eine endgültige Lösung.

HB STUTTGART. Die Auslandsbeteiligungen in Spanien, Italien, Portugal und Tschechien sowie die Markenrechte sollen an eine Auffanggesellschaft verkauft werden, die den Finanzinvestoren und Rinol-Hauptgläubigern DB Zwirn und Morgan Stanley gehöre, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Renningen bei Stuttgart mit. Das Insolvenzgericht habe den Verkauf bereits genehmigt, um Wertverluste zu vermeiden und die Fortführung der Tochterfirmen zu sichern. Mit dem Abschluss der Kaufverträge sei Ende der Woche zu rechnen. Verhandlungen mit Interessenten für das verbleibende Deutschland-Geschäft seien in einem fortgeschrittenen Stadium.

Die US-Investoren DB Zwirn und Morgan Stanley hatten 52 Prozent an Rinol übernehmen wollen, vollzogen den Kauf aber nicht und ließen das Unternehmen letztlich Ende Januar in die Insolvenz gehen. Das Insolvenzverfahren über die Rinol AG soll den Angaben zufolge zum 1. April eröffnet werden.

Rinol, das vor zehn Jahren an die Börse gegangen war, beschäftigt als Spezialist für Industrieböden mit einem Jahresumsatz von 100 Mill. Euro über 650 Mitarbeiter, davon 300 im Inland. Rinol wurde Opfer der fehlgeschlagenen Expansion im Ausland und der damit verbundenen Überschuldung. Zwei Jahre nach dem Börsengang begab Rinol 1998 eine Industrieanleihe in Höhe von damals 130 Mill. DM , um weiteres Wachstum zu finanzieren. Die Talfahrt der Baubranche, aber auch Fehleinkäufe in Frankreich, Asien und Südamerika brachten den Mittelständler im Sommer 2004 in eine existentielle Krise. Ohne die Übernahme der Verbindlichkeiten durch Morgan Stanley und DB Zwirn wäre Rinol damals schon Pleite gegangen.

Aber auch die Finanzinvestoren unterschätzten die Probleme. Auf der Hauptversammlung im August 2005 erhöhten die Finanzinvestoren noch einmal Finanzierungszusagen für 2006 von 3,5 auf 10,5 Mill. Euro. Aber auch das reichte wohl nicht für die Sanierung des Unternehmens, das bis Oktober 2007 eine Schuldverschreibung über knapp 40 Mill. Euro bedienen muss.

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