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08.04.2006

17:59 Uhr

Insolvenz für Autohersteller kein Thema mehr

General Motors sieht das Schlimmste überwunden

Der schwer angeschlagene Autokonzern General Motors glaubt, eine drohende Insolvenz abgewendet zu haben.

HB FRANKFURT. „Eine Insolvenz sehen wir als absolut unwahrscheinlich an, dafür gibt es bei uns nicht einmal ein Szenario“, sagte GM-Entwicklungschef Bob Lutz der Branchenzeitung „Automobilwoche“. „Wir haben das Schlimmste hinter uns“, betonte Lutz. Der Hersteller werde weder bei der Expansion seiner globalen Marken Chevrolet und Cadillac noch bei der Erforschung alternativer Antriebe, wie der Wasserstofftechnologie, sparen. Auch bei der Europa-Sparte des Konzerns, zu der auch Opel gehört, drohen keine weiteren Einschnitte. „Da habe ich mich an den entscheidenden Stellen vergewissert“, sagte Klaus Franz, Vorsitzender des europäischen GM-Betriebsrates.

Lutz befürchtet auch keine negativen Folgen durch einen drohenden Streik beim insolventen US-Zulieferer Delphi. „Falls es dazu kommt, sind wir nicht unvorbereitet“, sagte Lutz dem Fachblatt. Neben einer höheren Lagerhaltung habe GM intern technische Freigaben erarbeitet, um alternative Zulieferer zu beauftragen. GM war bis 1999 Eigentümer von Delphi und ist noch heute Hauptkunde. Branchenexperten befürchten daher, ein Streik bei der früheren Tochter könnte die Produktion bei GM lahm legen und in den Konkurs treiben.

Delphi steht in den USA unter Insolvenzverwaltung und hat angekündigt, sich von 8 500 Mitarbeitern sowie 36 der 44 heimischen Werke zu trennen, unrentable Produktlinien einzustellen und Lieferverträge mit GM neu zu verhandeln. Die 16 deutschen Standorte sind nach Angaben eines Unternehmenssprechers nicht von Schließungen bedroht. Stattdessen stärke Delphi das Handelsgeschäft an seinem deutschen Hauptsitz in Wuppertal, von wo aus künftig auch der Handel in den Benelux-Ländern gesteuert werden soll.

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