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03.08.2012

14:45 Uhr

Insolvenz

Transfergesellschaft für Sovello geplatzt

Die Gründung einer Transfergesellschaft für rund 500 Mitarbeiter des insolventen Solarkonzerns Sovello ist geplatzt. Dafür sei nicht genügend Geld vorhanden, teilte Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Freitag mit.

Blick auf den Firmensitz des Solarunternehmens Sovello in Bitterfeld-Wolfen. dpa

Blick auf den Firmensitz des Solarunternehmens Sovello in Bitterfeld-Wolfen.

Bitterfeld-Wolfen Die Lage im „Solar Valley“, dem früheren Aushängeschild der deutschen Solarbranche, spitzt sich zu. 500 Beschäftigte von Sovello sind arbeitslos, das ist die Hälfte der Belegschaft des Modulherstellers aus Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt). Für die zunächst geplante Gründung einer Transfergesellschaft fehle das Geld, teilte Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Freitag mit. Der bisherige Chef des Unternehmens, Reiner Beutel, warf das Handtuch. Und auch für den einstigen Weltmarktführer Q-Cells ist noch kein rettender Investor in Sicht.

„Die finanzielle Lage des Unternehmens ist weit schlimmer als befürchtet“, sagte Flöther zur Situation bei Sovello. „Es steht Spitz auf Knopf.“ Zwar suche er mit Hochdruck nach Investoren und wolle die Produktion zunächst fortführen. Allerdings drohten weitere Entlassungen und Produktionskürzungen, wenn kurzfristig kein Investor gefunden werde. Der bisherige Geschäftsführer Beutel sei auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden worden.

Ursprünglich wollte das Unternehmen mit der Hälfte der zuletzt rund 1000 Mitarbeiter einen Neustart versuchen, die andere Hälfte sollte zunächst in einer Transfergesellschaft unterkommen. Dabei spielte ein potenzieller Investor aus Asien eine Rolle, der nach Angaben der Landesregierung allerdings massive staatliche Hilfen verlangt hatte und trotzdem einen Großteil der Produktion ins Ausland verlagert hätte.

Eine Transfergesellschaft hätte für die Beschäftigten den Vorteil gehabt, dass sie dort zunächst weiter einen Job gehabt hätten und für neue Aufgaben qualifiziert worden wären. Gleichzeitig wäre das Unternehmen vor massenhaften Kündigungsschutzklagen geschützt gewesen, die für einen Investor oft ein Risiko darstellen.

Die Pläne des Managements hatte bereits das Amtsgericht durchkreuzt, indem es eine Insolvenz in Eigenverwaltung der Manager ablehnte und einen Insolvenzverwalter bestellte. Dies hatte der Gläubigerausschuss einstimmig empfohlen, in dem auch das Land vertreten ist. Die Sovello GmbH ist laut einem Gutachter zahlungsunfähig und überschuldet.

Sovello ist eine Abspaltung von Q-Cells und produziert Solarzellen in einem speziellen Verfahren, das als besonders energieschonend gilt. Auf dem Gelände von „Solar Valley“ in Bitterfeld-Wolfen sind mehrere Firmen der Solarindustrie ansässig, das Areal galt bisher als der größte Standort seiner Art in Europa.

Q-Cells hatte mit 1300 Mitarbeitern Insolvenz anmelden müssen und arbeitet derzeit an einem Neustart. Die Solarbranche ist angesichts von Billigkonkurrenz aus Asien seit Monaten massiv unter Druck.

Von

dpa

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