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02.02.2005

15:45 Uhr

Insolvenzverwalter: Konzernteile erhalten

Strabag liebäugelt mit Dywidag

Der Baukonzern Strabag ist Medienberichten zufolge nach dem Insolvenzantrag der Walter Bau an einer Übernahme wesentlicher Teile des Konzerns interessiert.

HB AUGSBURG/KÖLN. Der "Wirtschaftswoche" zufolge soll die Strabag bereit sein, die Walter-Tochter Dywidag Systems International (DSI) für einen symbolischen Preis übernehmen zu wollen. Der Wert des international ausgerichteten Unternehmens werde auf 200 Mill. Euro geschätzt, schreibt das Magazin in seiner neuesten Ausgabe. Schon während der Krisensitzung der Banken habe DSI als möglicher schneller Liquiditätsbringer durch Notverkauf gegolten.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider will dagegen möglichst viele Unternehmensteile von Walter Bau erhalten. Das Baugeschäft werde fortgesetzt, sagte Schneider am Mittwoch in Augsburg. Auch die Gewerkschaft IG Bau hat sich dafür ausgesprochen „große Teile des Unternehmens unter einem Dach“ weiterzuführen und so möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Heinz Strobl vom IG Bau-Bundesvorstand forderte den Firmengründer Ignaz Walter auf, auch nach seinem Rücktritt als Vorsitzender des Walter-Aufsichtsrates einen Beitrag zur Rettung der Arbeitsplätze zu leisten.

Deutschlands drittgrößtes Bau-Unternehmen hatte am Dienstag wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz beim Amtsgericht Augsburg beantragt. Dem Konzern war das Geld ausgegangen, noch bevor sich dessen 27 Gläubigerbanken und Kreditversicherer auf ein Rettungskonzept einigen konnten. Auslöser der Insolvenz war ein Finanzloch in Höhe eines hohen zweistelligen Millionenbetrags, das zusätzlich aufgetaucht war. Alle Banken hätten daraufhin Vorbehalte gehabt.

Betroffen von der Insolvenz sind rund 9 500 Beschäftigte. Löhne und Gehälter sind nach Angaben Schneiders jedoch bis März gesichert. Der Hauptgeschäftsführer der schwäbischen Handwerkskammer, Ulrich Wagner, sieht im Raum Augsburg rund 700 Arbeitsplätze durch die Insolvenz akut gefährdet. Die Baukonjunktur liege in Schwaben „am Boden“ und könne freigestellte Arbeiter nicht unterbringen. Der schwäbische IG Bau-Geschäftsführer Matthias Hartwich erklärte, noch gebe es keine Kündigungen. Mit der Entlassung von 400 Walter- Beschäftigten müsse jedoch gerechnet werden. Diese Zahl war bereits in einem Sanierungskonzept vor der Insolvenz genannt werden. „Das ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange“, sagte Hartwich.

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