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13.11.2011

20:11 Uhr

Intelligente Kleidung

Nervenkostüme nach Maß

VonJoachim Hofer

Viele Textilhersteller wollten mit teurem Elektro-Schnick-Schnack auf Kundenfang gehen und erfanden nichts als Ladenhüter. Doch in einigen Bereichen konnten sich ausgefeilte Stoffe durchsetzen - auch als Lebensretter.

Im Ernstfall warnen Sensoren in modernen Feuerschutzjacken vor giftigen Dämpfen. dpa

Im Ernstfall warnen Sensoren in modernen Feuerschutzjacken vor giftigen Dämpfen.

MünchenWas haben pfiffige Erfinder auf Sportmessen nicht schon alles vorgestellt: Kleider mit eingebauten Ventilatoren, Jacken, die mit Leiterbahnen durchzogen sind, um das Handy zu bedienen, oder Stoffe mit integrierter Heizung. Seit Jahren experimentieren viele Firmen zudem mit Solarzellen, die sie in ihre Ausrüstung einbauen.

So unterschiedlich all diese Konzepte auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Kein einziges Produkt hat es bis jetzt in großem Stil in die Läden geschafft. „Viele Entwicklungen sind noch nicht massentauglich“, sagt Klaus Jost, Chef der hierzulande führenden Sporthändlerkette Intersport.

So manche Idee der vergangenen Jahre habe sich inzwischen sogar überholt, ist der Manager überzeugt: „Was sollen die Leute mit einem Laufshirt anfangen, das Strom erzeugt? Schließlich halten die Batterien ihrer Handys heute tagelang.“

Allerdings bieten die sogenannten Smart Clothes viele Vorzüge außerhalb des Sports. Sensoren in Schutzkleidung und Strampelanzügen können sogar Leben retten. Sie warnen Feuerwehrmänner vor giftigen Dämpfen, retten Babys vor dem plötzlichen Kindstod.

Und kranken Senioren ermöglichen die Smart Clothes, ein weitgehend unabhängiges Leben zu führen. So misst die Elektronik in der High-Tech-Kleidung etwa den Herzschlag des Trägers. Die Daten werden direkt an ein Handy oder einen Laptop übertragen. Die moderne Kleidung schlägt Alarm, sobald sich bestimmte Werte ändern. jojo

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