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10.01.2005

07:46 Uhr

Internationales Interesse an der Fördergesellschaft Yuganskneftegaz wächst

Indischer Ölkonzern ONGC will bei Rosneft-Tochter einsteigen

Immer mehr ausländische Ölkonzerne haben Interesse an Teilen des vor der vollständigen Zerschlagung stehenden russischen Ölkonzerns Yukos. Nun will der größte staatliche indische Ölkonzern Oil & Natural Gas Corp. (ONGC) bei YNG einsteigen.

mbr/tom MOSKAU. Nachdem der russische Industrieminister Viktor Christenko dem chinesischen Ölförderer CNPC bereits eine Beteiligung von bis zu einem Viertel an der bisher wichtigsten Yukos-Fördereinheit, Yuganskneftegaz (YNG), angeboten hatte, will nun auch der größte staatliche indische Ölkonzern Oil & Natural Gas Corp. (ONGC) bei YNG einsteigen.

„Wir sind im Gespräch mit den zuständigen russischen Behörden über Yukos-Beteiligungen und auch anderen Engagements in Russland“, sagte der ONGC-Chef Subir Raha vor Journalisten in Neu Delhi am Freitag. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte chinesische und indische Ölgesellschaften regelrecht eingeladen, sich an YNG zu beteiligen.

Die Yukos-Fördergesellschaft war am 19. Dezember für 9,35 Mrd. Dollar an die bis dahin unbekannte Baikal Finance Group zwangsversteigert worden, die dann vom staatlichen Ölkonzern Rosneft geschluckt wurde. Rosneft soll noch bis Monatsende dem ebenfalls staatlich kontrollierten Energiegiganten Gazprom einverleibt werden – allerdings ohne die YNG-Beteiligung. Diese soll zunächst als eigenständige Firma weiterarbeiten, offenbar unter der persönlichen Kontrolle zweier enger Putin-Vertrauten, dem Vize-Administrationschef Igor Setschin und dem Rosneft-CEO Sergej Bogdantschikow.

Vor allem die chinesischen und indischen Konzerne suchen derzeit verstärkt international nach Kaufgelegenheiten, um den Appetit ihrer Heimatmärkte nach Energie zu stillen. Indien hat inzwischen zwar auch eigene Gasvorkommen entdeckt, aber rund 70 Prozent des jährlichen Ölbedarfs muss das Land importieren.

Steigende Gewinne bei ONGC machen nun die internationale Einkaufstour möglich: „Der Konzern verfügt inzwischen über einen großen finanziellen Spielraum“, sagt Gareth Price, Experte am Royal Institute for International Affairs in London. ONGC stößt bei seiner Expansion ähnlich wie die Konkurrenz aus China in Regionen vor, die großen westlichen Konzernen wegen der politischen Lage verschlossen sind, wie zum Beispiel Sudan. Wegen zu großer rechtlicher und politischer Risiken haben die börsennotierten Ölmultis bisher auch einen Bogen um Yukos gemacht.

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