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22.05.2012

13:51 Uhr

Internet-Kampagne

Aktivisten setzen Kopfgeld auf „Panzerfamilie“ aus

VonTina Halberschmidt

Mit einer provokanten Kampagne will eine Berliner Aktionsgruppe die Eigentümer des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei vor Gericht bringen und die umstrittene Auslieferung deutscher Panzer nach Saudi-Arabien stoppen.

Das Foto der Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“ zeigt ein „Fahndungsplakat“ in Berlin-Mitte. Unter dem Motto „Wer hat Informationen, die zur Verurteilung dieser Menschen führen?“ bitten die Aktivisten um Hinweise, die die Eigentümer des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei vor Gericht bringen könnten.

Das Foto der Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“ zeigt ein „Fahndungsplakat“ in Berlin-Mitte. Unter dem Motto „Wer hat Informationen, die zur Verurteilung dieser Menschen führen?“ bitten die Aktivisten um Hinweise, die die Eigentümer des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei vor Gericht bringen könnten.

Das „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS), ein Zusammenschluss Berliner Künstler und Menschenrechtler, bezieht Stellung gegen die Eigentümer des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei: Unter dem Motto „Die Panzerfamilie“ haben die Aktivisten auf einer Webseite Porträts der Haupteigner des Unternehmens veröffentlicht und stellen sie damit an den Internetpranger. Zudem wurde ein „Kopfgeld“ ausgesetzt: Hinweise aller Art, die zu einer „rechtskräftigen Verurteilung führen“, sollen mit insgesamt 25.000 Euro belohnt werden.

Ziel der medienwirksamen Kampagne ist, die Lieferung deutscher Panzer vom Typ Leopard nach Saudi-Arabien zu stoppen. „Leider ist der Handel mit schwerem Kriegsgerät in Deutschland derzeit nicht strafbar“, erklärt das ZPS den Hintergrund der Aktion. Die „Panzerfamilie“ solle daher wegen anderer Vergehen vor Gericht gebracht werden, zum Beispiel wegen Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Insiderhandel oder der illegalen Beschäftigung von Haushaltshilfen.

Entsprechende Hinweise können ganz einfach per Mausklick oder E-Mail eingereicht werden. „Wir haben bereits gestern am ersten Kampagnentag einen sehr glaubwürdigen Anhaltspunkt aus der Bevölkerung erhalten“, erklärt Philipp Ruch, künstlerischer Leiter der Aktion, gegenüber Handelsblatt Online.

Ein Kampfpanzer des Typs Leopard II. ap

Ein Kampfpanzer des Typs Leopard II.

Ruchs Meinung nach ein probates Mittel zum Zweck: „Wenn die Politik den tödlichen Waffenhandel nicht verbietet, müssen wir die Täter auf kreative Weise ins Gefängnis bringen.“ Man versuche, sich im Stil von Al Capone gegen das Unrecht zu wehren. „Bei Capone musste letztlich auch die Steuerhinterziehung herhalten.“

In der Berliner Innenstadt wurde gestern ein großflächiges Plakat gehisst, auf dem die Namen der wichtigsten Eigentümer von Krauss-Maffei zu lesen sind. Am heutigen Dienstag sollen nach Aussage von Philipp Ruch zudem Anzeigen in der Kasseler Lokalpresse mit einem entsprechenden „Fahndungsaufruf“ erschienen sein. „Viele Mitglieder der 'Panzerfamilie' leben in der Gegend“, erklärt Ruch. Auch die Bundesregierung soll in die Pflicht genommen werden: Direkt von der Seite 2500-euro.de können Twitter-Nutzer @RegSprecher alias Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung und Chef des Bundespresseamtes, fragen, warum „die Regierung den Export von Kampfpanzern nach Saudi-Arabien unterstütze“.

Kommentare (17)

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tsekao

22.05.2012, 14:30 Uhr

Super Aktion. Genial! Nur mit solchen Aktionen werden die Dauer-CDU Wähler zum Nachdenken angestossen. Die Partei macht nämlich nach aussen vor sie sei konservativ und friedlich, tatsächlich versorgt sie aber Diktatoren mit Panzern etc. Denn genau Saudi Arabian, hat vor einigen Wochen Panzer nach Bahrain geschickt, als dort, wie in Syrien, die Bevölkerung gegen Ihren Diktator aufmuckte. Nun ist es dort still, dank der Panzerfamilie und CDU-Merkel.

Account gelöscht!

22.05.2012, 14:36 Uhr

Ich frage mich wann solche Aktionen in Gewalt ausarten und hier nicht mehr so heroisch von Aktivisten, sondern von
Agitatorn und Demagogen die Rede ist. Hatten wir in Deutschland nicht schon genug davon.

Account gelöscht!

22.05.2012, 14:38 Uhr

oh man wie engsichtig, schon mal darüber nachgedacht wer U-Boote nach Taiwan liefern wollte. Oder ob es noch ander Quellen gibt aus denen die Saudis ihre Panzer bekommen können. Warum sagst du nicht was du wirklich willst...

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