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05.09.2015

14:22 Uhr

Intervention des Patriarchen

Piëch soll Winterkorn als VW-Aufsichtsratschef verhindert haben

Laut Medienberichten war VW-Konzernchef Winterkorn als Chefaufseher vorgesehen. Doch Piëch habe einen solchen Wechsel erfolgreich vereitelt. Der Konzern weist die Spekulationen zurück.

Piëch hatte im April einen Machtkampf um die künftige personelle Besetzung der Konzernspitze verloren. Er entzog VW-Vorstandschef Martin Winterkorn überraschend öffentlich das Vertrauen, musste aber in der folgenden internen Auseinandersetzung im Aufsichtsrat eine Niederlage einstecken und legte als Konsequenz am Ende sein Mandat als Vorsitzender des Gremiums nieder. dpa

Winterkorn (l.) und Piëch noch vereint

Piëch hatte im April einen Machtkampf um die künftige personelle Besetzung der Konzernspitze verloren. Er entzog VW-Vorstandschef Martin Winterkorn überraschend öffentlich das Vertrauen, musste aber in der folgenden internen Auseinandersetzung im Aufsichtsrat eine Niederlage einstecken und legte als Konsequenz am Ende sein Mandat als Vorsitzender des Gremiums nieder.

Berlin/HamburgVolkswagen -Patriarch Ferdinand Piech hat Medienberichten zufolge einen Wechsel von Konzernchef Martin Winterkorn an die Spitze des VW-Aufsichtsrates verhindert. Nach übereinstimmenden Berichten der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ und des „Spiegel“ sollte Winterkorn zunächst Chefaufseher werden. An seiner Stelle sollte demnach Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch Vorstandsvorsitzender werden.

Den Berichten zufolge intervenierte Piech gegen diese Lösung. Daraufhin seien die Rollen getauscht worden. Nun soll Pötsch die Führung des Aufsichtsrats übernehmen, während Winterkorn weitere zwei Jahre Vorstandsvorsitzender bleibt. Die beiden Blätter nannten keine Quellen. VW sprach am Samstag von Spekulationen, die der Konzern zurückweise.

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Martin Winterkorn soll bis 2018 Chef von Volkswagen bleiben. Das ist ein wichtiges Zeichen für die Zukunft des Konzerns. Doch Winterkorn muss sein starkes Mandat nun nutzen, um nötige Veränderungen einzuleiten.

Ein Volkswagen-Sprecher erklärte, das Präsidium des Aufsichtsrats habe bereits im April die Vertragsverlängerung für Winterkorn als Vorstandsvorsitzenden vorgeschlagen. Dies sei verbunden gewesen mit der Aussage, dass Winterkorn der "bestmögliche Vorsitzende des Vorstands für Volkswagen ist". Dies sei nun noch einmal vom Aufsichtsratspräsidium bekräftigt worden. Dem sei nichts hinzuzufügen. „Alle anderen Spekulationen weisen wir zurück.“ Ein Sprecher der Holdinggesellschaft Porsche SE, über die die Familien Porsche und Piech an VW beteiligt sind, lehnte eine Stellungnahme ab.

Holding-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche hatte am Donnerstag erklärt, Pötsch besitze das uneingeschränkte Vertrauen des gesamten Gremiums. Diesem gehört auch Piech als Miteigner an. Er trat im April als Aufsichtsratsvorsitzender des VW-Konzerns zurück, nachdem er mit dem Versuch gescheitert war, VW-Chef Winterkorn zu demontieren.

Von

rtr

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