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28.03.2011

19:09 Uhr

Interview Marijn Dekkers

Bayer-Chef investiert massiv in Schwellenländer

VonSiegfried Hofmann

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer will das Geschäft in wichtigen Schwellenmärkten in den nächsten Jahren massiv ausbauen. Das kündigte Firmenchef Marijn Dekkers im Gespräch mit dem Handelsblatt an

Firmenchef Marijn Dekkers will den Umsatz von Bayer in den Schwellenländern verdoppeln. Quelle: dpa

Firmenchef Marijn Dekkers will den Umsatz von Bayer in den Schwellenländern verdoppeln.

DüsseldorfZiel des Ausbaus sei es, in den Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China den Umsatz bis 2015 von bisher 5,5 Milliarden Euro auf rund zehn Milliarden Euro zu steigern, sagte Bayer-Chef Marijn Dekkers.

Allein in China will Bayer von drei auf sechs Milliarden Euro Umsatz wachsen. Die Kunststoffsparte Bayer Material-Science (BMS) hat dazu ihr bisheriges Investitionsbudget um eine Milliarde Euro aufgestockt. Kostenvorteile aus einem im November angekündigten Sparprogramm will Dekkers zur Hälfte für den Personalaufbau in den Schwellenmärkten nutzen

Der Niederländer, der im Oktober als erster konzernfremder Manager die Führung bei dem Leverkusener Konzern übernommen hat, bekräftigte die Ausrichtung von Bayer auf Forschung und Innovationen. Man plane für alle drei Teilbereiche steigende F+E-Ausgaben. Für einen Verkauf von BMS gebe es keine Pläne. Neuentwicklungen aus der Pharmaforschung von Bayer, darunter das Spitzenprodukt Xarelto zur Vorbeugung gegen Thrombosen und Schlaganfälle, werden nach Erwartung Dekkers’ ab 2012 die aktuelle Schwächephase der Bayer-Pharmasparte beenden und für deutliches Wachstum sowie steigende Erträge sorgen

Die aktuelle Debatte über die Atomkraft in Deutschland betrachtet Dekkers als überzogen. „Meiner Meinung nach sollte sie noch für die nächsten 20 bis 30 Jahre als Überbrückungstechnik da sein und dann weltweit heruntergefahren werden“, sagte er. Bis dahin gelte es, Alternativen zu entwickeln, um dann so wenig wie möglich von fossilen Brennstoffen abhängig zu sein. Die Sicherheitskonzepte in der Chemiebranche sieht Dekkers durch das Atomunglück in Japan nicht infrage gestellt – ebenso wenig wie die grüne Gentechnik.

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