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09.03.2004

21:05 Uhr

Invensys mit im Blick

Siemens schaut sich um

Der Münchener Technologie-Konzern Siemens denkt nach den Worten von Vorstandsmitglied Klaus Wucherer über Zukäufe nach, einschließlich des angeschlagenen britischen Maschinenbau-Unternehmens Invensys.

HB MÜNCHEN. „Wir denken ständig über diese Dinge nach“, sagte Siemens-Zentralvorstandsmitglied Klaus Wucherer am Dienstag am Rande eines Kongresses in München im Hinblick auf Akquisitionen. „Das schließt auch Invensys mit ein.“ Das hoch verschuldete britische Unternehmen sei „ein interessantes Thema“. Konkreter wollte das Vorstandsmitglied nicht werden.

Die Siemens-Aktie gab zeitweise 2,2 % ab, erholte sich aber, nachdem Konzern-Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger die Aussagen seines Vorstandskollegen am Nachmittag relativierte. Mit Blick auf die Kursreaktion sagte er: „Wir haben keine Übernahmegelüste für solche Unternehmen, die kursverwässernd sein könnten.“ Kurz vor Ende des Xetra-Handels lag die Siemens-Aktie noch mit 62,86 € um 1,3 % im Minus, während der Gesamtmarkt 1,4 % abgab.

Siemens verfügt aktuell über ein Bargeld-Polster von rund zehn Mrd. €. Auf der Hauptversammlung im Januar hatten die Aktionäre das Management zusätzlich dazu ermächtigt, sich über Wandelrechte weitere 11,25 Mrd. € zu besorgen oder bis zu 200 Mill. Anteilsscheine im Zuge einer Kapitalerhöhung auszugeben. Konzernchef Heinrich von Pierer wiederholt bereits seit längerem, dass Siemens den Markt beobachtet und auch große, milliardenschwere Zukäufe nicht ausschließt. Als weiterer Kandidat für eine Übernahme gilt neben Invensys - zumindest in Teilen - auch der französische Alstom-Konzern.

Wucherer sprach sich vor dem Hintergrund der jüngsten Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektrobranche dafür aus, bei Siemens die Möglichkeiten für eine Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche auszuweiten. Je nach Auftragslage sei dies bereits heute häufig möglich, sagte der Vorstand. Die Betriebsräte zeigten sich hier sehr flexibel. Es handele sich dabei aber stets um Einzelvereinbarungen. Überbereichliche Vereinbarungen halte er deshalb für extrem sinnvoll. Erst am Wochenende hatte eine Siemens-Sprecherin diesbezügliche Gespräche mit dem Betriebsrat bestätigt.

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